Einfach immer windy (Tag 4-7)


Sonntag, 19.4.2026 – Tag 4

Für heute haben wir ursprünglich aufgrund einer eher schlechten Windvorhersage eher angedacht tauchen zu gehen. Doch schon am Vortag zeichnete sich ab, dass es wohl doch nicht gänzlich schlecht werden sollte und so haben wir über kurz oder lang beschlossen den gebuchten und bereits bezahlten Tauchgang nochmals zu stornieren bzw. zu verschieben. Immerhin sind wir primär zum Kiten da und immer noch sehr gierig auf Stunden am Wasser.

Wo ist das Surfbrett?

Eva wagt sich heute mit dem Surfbrett raus und absolviert ihre ersten erfolgreichen Wenden mit Fußwechsel. Allerdings ist sie mit der Schirmwahl nie zufrieden. Ist der Schirm klein, flaute der Wind ab – hat sie einen großen Schirm, ist der Wind wieder zu stark. Aber dennoch hat sie viel Spaß am Wasser.

Wo ist der Kiter?

Auch am Nachmittag ist heute noch länger Wind , Eva fährt lange mit dem 15er vollkommen überpowert, bevor sie mich dann aber auch noch mal ran lässt. 

Für’s Abendessen haben wir heute im italienschen À la carte-Restaurant reserviert. Wir essen unter anderem Pizza, welche nicht sonderlich berühmt war, aber umso mehr Käse auf sich hatte (Einwurf Eva: ich fand die Pizza richtig gut, nur den Käse aß ich nicht zur Gänze). Definitiv keine leichte Kost. Das Restaurant ist im Freien am Pool gelegen und deswegen auch zumindest etwas ab vom Massentourismus und  romantischer.

Dolce Vita

Montag, 20.4.2026 – Tag 5

Die fettige Pizza hat meiner Verdauung wohl den Garaus bereitet. Ich hatte eine schlechte Nacht und der klassische ägyptische Durchfall hat mich schon erwischt. In der Früh versuche ich es vorsichtig mit Müsli und Bananen. Fühle mich aber auch ziemlich erschöpft und mein Kopf zum Zerplatzen. Unter Umständen auch dem Kaffee-Entzug geschuldet. Jedenfalls lege ich mich nochmals im Zimmer hin nach dem Frühstück und Eva startet heute leider alleine den ersten Tag mit richtig starkem Wind. Mit dem 9er Schirm geht es hinaus für sie. Erstmal wieder ungewohnt, so einen kleinen und wendigen Schirm zu haben mit doch ziemlich kabbeligem Wasser. Der Wind ist so stark, dass sie sogar mit dem 9er Schirm schon eher überpowered ist.

Lukis Aussicht aus dem Zimmer – hätte er die Vorhänge offen gehabt

Nach 1,5h am Wasser ist die Luft raus. Die Frontroll gelingt nicht intuitiv – da braucht es wieder ein paar Auffrischungsvideos. 

Mittags geht Eva alleine Essen und besucht mich im Anschluss im Zimmer. Ich döse vor mich hin und versuche mich zu erholen. Eva legt sich kurz zu einem Powernap dazu, ehe sie für die Nachmittagssession wieder an den Strand zurückkehrt und ich weiterhin das Bett hüte. 

Die zweite Session startet Eva mit dem 11er, da der Wind etwas abgenommen hat.  Jedoch ist sie für die Frontroll immer noch die Bewegung mental nicht gut genug durchgegangen. Aber der Darkslide wird dafür wieder , doch noch ohne Loop. Auch eine  Double Backroll geht sich aus. 

Herrlicher Wind bis um 17:00. Würde unser Spot nicht um 17:00 schließen, wäre sie sicher noch weiter gekitet. 

Sonnenuntergang heut am Pool – dieser ewige Wind am Strand nervt irgendwann

Für’s Abendessen haben wir im indischen a’la’carte Restaurant reserviert. Dort gibt es Makhani Paneer mit Biryani Reis und Knoblauch Naan. Sicher nicht das leicht Verdaulichste für mich, aber ich fühle mich deutlich besser und kann auch durchschlafen. Erst in der Früh ist alles wieder draußen.

Abendausflug nach Indien

Dienstag, 21.4.2026 – Tag 6

Lukas geht’s heute zwar besser, aber nach dem Frühstück macht er trotzdem nochmals ein Schläfchen. Ich gehe allein raus, bei ordentlichem Wind. Wieder mehr als ausreichend für 9er. Heute ist der Darkslide am Programm, denn mit soviel Druck im Schirm geht das gut. Leider erwische ich die Dosierung oft nicht perfekt.

Noch ein unspekakuläres Kitefoto. Mit 12er.

In der zweiten Session komme ich wieder besser ins höhere Springen. Auch wenn ich mit meinen Max Sprüngen (2,8m) noch nichtmal an Luki’s Durchschnittshöhe komme, springe ich dafür reichlich. Über 60 Sprünge in der zweiten Session wurden getracked, und da waren einige wohl gar nicht dabei, bei denen ich nicht weit von der Oberfläche abhebe. 

Luki ist wieder am Start

Am herrlichsten war meine dritte Session: endlich mal ganz gemächliche Power und das mit dem 7er. Es war trotzdem genug Druck für kleine Sprünge und fast alle meine Tricks und schon witzig mit dem so wendigen Schirm. Durch das schnelle Lenken konnte man gut Druck aufbauen und es war trotzdem nicht so stressig wie befürchtet. 

Ich wäre gern noch länger gefahren und hatte Lukas gebeten der Kiteschule Bescheid zu geben, dass er mir dann landet. Als ich den Bediensteten dann aber immer noch dort stehen sah, fuhr ich doch rein – er hatte es sich wohl trotz Lukas‘ Angebot nicht nehmen lassen, noch weiter hier zu bleiben. Schade, denn so konnte ich wegen schlechtem Gewissen nicht so lange fahren, wie ich noch hätte wollen. 

Täglicher Sunset-Genuss

Zwischenfall am Strand – Typ vom Hotel (kein Kiter) wollte unbedingt wissen, wieviel Zug da so am Schirm ist. Mir war das eh nicht so richtig recht, schaffte es aber auch nicht Nein zu sagen. Dachte auch er probiert nur kurz, aber der hatte wohl zuviel Selbstbewusstsein, glaubte es geht nur drum, den Kite zu halten und er schafft das schon und nahm ihn viel zu straff, sodass ich es mit der Angst zu tun bekam. Ein beherzter Verlenker und es zieht mich über den Strand. Ich sagte Stop, er ließ aber weiter nicht los, bis ich ihn anschrie und ihm auf die Finger klopfte. Er wusste überhaupt nicht, wie gefährlich das für mich werden konnte, wenn der Schirm stark gelenkt würde. Ging aber gut aus, es passierte gar nix. Aber das nächste Mal schaffe ich es sicher, nein zu sagen 🙂

Abendessen heute asiatisch – von Sushi über Frühlingsrollen, Fisch-Curry und gebackenen Bananen alles dabei. 

3 Tage in Wasserflaschen gezählt 🙁

Mittwoch, 22.6.2026 – Tag 7

Wache zwar früher auf, aber es darf heute trotzdem ein gemütlicher Morgen sein. Lukas will nach dem Frühstück noch verdauen, so darf ich gleich wieder als Erste aufs Wasser. Nach dem windigen Tag gestern sind die Leute heute wohl nicht mehr so motiviert, es ist wenig los, mit dem 11er habe ich meinen Spaß und ich checke, wieso mir die Muscle Memory von der Frontroll bisher so gar nicht wiederkommen hatte wollen – ich hatte sie damals  nicht nach links sondern rechts geübt. Und siehe da, es geht ja doch langsam wieder. 1-2 kann ich dann sogar weiterfahren und die übrigen komme ich  großteils immerhin nicht verdreht auf und platsche ins Wasser. Ich freu mich riesig.
Lukas richtet inzwischen dankenswerterweise unseren 9er Schirm. Da blubberte es beim Wassertest nämlich neben einem Ventil heraus. So ein Schatz und Alleskönner, mein Mann! 

Innereien

Als ich Lukas den Schirm übergebe, wird die Power schon etwas geringer, ich befürchte schon, dass es ihm zu wenig sein wird. Seine hohen Sprünge brauchen halt deutlich mehr als meine niedrigeren, ich bin aktuell froh, wenn es mal nicht so arg zieht. Es bestätigt sich, ich bringe ihm immerhin das Surfbrett. Aber auch kacke – zu wenig Wind für gute Wenden.

Der Wind flaut ab, Zeit für eine gemütliche, längere Mittagspause, in der ich mir ohne Ende Foil-Videos reinziehe. Wenn gute Bedingungen sind, dann heute. Nur müssen wir dann leider auch feststellen, dass beim 9er schon wieder die Luft draußen ist – jetzt blubbert es beim nächsten Ventil. Ist halt echt schon eine alte Haut, dieser Schirm. 11 Jahre, um genau zu sein. Ob er sich nochmal erholt und uns noch eine kleine Weile begleitet?

Da ist die Luft raus. Schon wieder.

Und spät aber doch kann ich mich dann überwinden, das Foil zusammenschrauben zu gehen (erstmals selbst, sonst war Lukas immer die treibende Kraft). Er ist dann so lieb, und geht mit mir nach draußen, denn ich habe schon Respekt vor diesem Teil und dem Umgang damit und ihn in meiner Nähe zu wissen, bestärkt mich. Zum Glück hatte der Kitelehrer zum 7er geraten, denn wir hätten zum 11er tendiert (9er ist ja grad keine Option). 

Das erste Mal schießt mir das Foil gleich aus dem Wasser, aber alles safe. Das zweite Mal geht schon besser. Doch das zurückkommen gestaltet sich schwieriger, weil ich gleich ins Riff abtreibe. Dort weiß ich noch nicht so recht, wie ich weitertue, Body Drag mit Foil haute erstmals nicht hin. Ich spazierte dann einfach auf der Sandbank wieder rundherum zum Startpunkt zurück. Lukas schickte ich selber kiten und war froh, ihm bald mit dem 15er an mir vorbeidüsen zu sehen – endlich kommt er auch auf seine Kosten und fliegt mir um die Ohren. Und hat sichtlich Spaß dabei. 

Erstmal in tieferes Wasser spazieren mit dem Gerät

Ich übe vor mich hin, vorerst versuche ich am Wasser zu bleiben, aber kurze Momente hebt das Board schon ab und ich erahne, wie genial dieses Gefühl des Schwebens sein wird. Das starten geht dann bald sicherer und das Manövrieren wird bald einigermaßen intuitiv. Nach links fahrend komme ich immer öfter und länger aus dem Wasser heraus. Erst ist es gut scary, weil es dann auch ganz schön schnell schnell wird, aber ich lasse mich einfach immer rechtzeitig ins Wasser fallen und fahre dann in die andere Richtung weiter. Und dann habe ich es auf einmal heraußen und bin in einem kompletten Hype. Es ist unbeschreiblich, so leise, wenn das Wasser nicht rauscht. So wendig. So anders als mit Twintip, ein komplett neues Erlebnis. 

Die Fahrt zurück ist allerdings beschwerlich, weil die untergehende Sonne so auf der Wasseroberfläche spiegelt, dass ich keine Ahnung habe was unter der Oberfläche ist und ich muss nochmal abspringen, als ich Riff ganz kurz vor mir entdecke. Aber ich und Foil bleiben heil und ich gehe überglücklich an Land. Leider hatte ich nur mehr eine Stunde gehabt, die sich noch kürzer angefühlt hatte. Würde die Schule nicht zumachen, ich glaub ich hätte noch locker 1-2 Stunden weitergeübt. 

Heute ist für Lukis Magen endlich mal wieder normales Buffet angesagt. Mal schauen, wie es ihm bekommt. Bis auf seinem Outcome und gelegentlich ordentliches Rumoren im Bauch ist er aber eh sehr fit und einsatzbereit. 

Am Zimmer kleben wir noch die weiteren Löcher im 9er – mal sehen. 

Bladderflickstunde

Halbzeit.

Donnerstag, 23.6. – Tag 7

Heute in der Früh bin ich wieder nicht ganz fit. In klassicher Manier dauert es ein wenig, bis alles draußen ist und die Bauchkrämpfe wieder aufhören. Eva geht schon vor zum Frühstücken, mir ist aber noch etwas flau. Dafür holt sie mir nach dem Frühstück dankenswerterweise in der Apotheke direkt vorm Hotel zwei ägyptische Mittel, die gegen die hiesigen Keime angeblich am besten helfen. Hoffen wir’s.

Blattwender?

Wir probieren auch weiterhin unseren 9er Kite zu flicken. Ein paar Tropfen Kleber und ein Test im Waschbecken lässt uns hoffen, dass die Bladder der Front Tube wieder dicht ist.

Während Eva bereits zum Spot startet, gehe ich noch geschwind frühstücken.
Bis ich am Spot bin, ist Eva bereits mit dem Foil und dem 7er Schirm auf dem Weg ins Wasser. Sie hat Feuer gefangen Neues auszuprobieren und Fortschritte zu machen. Das, was sie am Tag davor begonnen hat, setzt sie heute fort. Viele Längen fährt sie im tiefen Bereich zwischen den Sandbänken auf und ab, geht schon ganz gut. (Eva: Höhe machen und verlieren geht immer besser und gibt viel Sicherheit, taugt mir immer noch richtig)

Als sie nach nach knappen 2h wieder aus dem Wasser kommt, übernehme ich und versuche auch erstmalig wieder mein Glück mit dem Foil. Es dauert ein wenig, bis mir die ersten Starts gelingen, aber der Knopf geht dann auch schnell wieder auf. Zumindest in die eine Richtung, mit der ich deutlich mehr Boardgefühl hab (Surfen, Snowboarden, Skateboard,…) ging es dann ganz gut. In die andere bin ich einige Male zu hoch rausgepoppt, der Wing hat die Wasseroberfläche durchstoßen und es hat mich mächtig auf die Wasseroberfläche geknallt. (Langer Neopren, Prallschutzweste und Helm übrigens).

Foil’scher Schwebezustand

Sehr gutes Gefühl, jetzt endlich mal wirklich zum Foilen gekommen zu sein, nachdem wir es seit mehr als drei Jahren besitzen. Aber nicht jeder Spot ist geeignet, genauso nicht jeder Wind und auch in den ersten Kitetagen mussten wir uns erst immer eingewöhnen. Aber endlich – jetzt haben wir auch Beschäftigung für Leichtwind-Tage und das Vertrauen, dass wir gut genug damit umgehen können.

Danach chillen wir kurz am Strand, ehe die Abendsessions beginnen. Der Wind ist super konstant, nicht extrem stark und das Wasser dadurch aber ziemlich glatt. Richtig feine Bedingungen. Eva startet mit dem 12er, informiert mich dann, dass es super gut geht, und so wechsle ich auf den 12er und baue ihr den 11er auf.

Gemeinsam kiten wir dann noch eine gute Stunde mit vielen sehr guten Sprüngen. Um 17:00 beenden wir die Session, da unser Spot wieder schließen wird und die Sonne bald weg ist.

Moschee und namenlose Berge im Hinterland im Hintergrund

Abendessen gibt es heute wieder im ägyptischen al’la’Carte Restaurant. Wir bestellen wieder exakt das Gleiche, abgesehen von einem Stück Kunafa. Danach nutzen wir die Zeit im Zimmer um endlich wieder unsere Blogeinträge nachzuholen und Fotos zu sichten.

Sinai in SIchtweite
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