Last Minute All Inclusive


Der Urlaub ist zwar schon längerfristig in unserem Dienstplan eingetragen, die Destination bleibt aber bis zuletzt offen. Nur dass es ein Kite Surf Urlaub werden soll, ist uns klar.

So spontan konnten wir auch schon die Windvorhersage anschauen und laut dieser spricht alles für Ägypten. Flüge sind sogar ab Graz trotz der aktuellen Iran-Krise recht günstig. Und Lukas sucht uns einen neuen Kite Spot heraus, denn wir sehnen uns danach, komplett relaxen und kiten zu können und uns um Essen und Einkaufen keine Sorgen machen zu müssen. Der Spot schaut auf Google Maps durchaus vielversprechend aus, auch die Bewertungen überzeugen uns.
Vor dem Abflug herrscht unser üblicher Prä-Urlaubsstress, unser Grundstück gehört noch versorgt, ich hole mir ganz praktisch beim 1500m2 Gras wegrechen eine Blase am Daumen, Lukas muss für Arbeit und unsere weiteren Solarpanele noch einiges vorbereiten. Auch Reifenwechseln von unserem und Magdis Auto geht sich noch aus bei mir. Und dann noch diese elendigliche Packerei. Aber als diese geschafft ist, kommt langsam der Urlaubsvibe, doch nachdem alles so spontan geplant ist, stellt sich dieser gar nicht so schnell noch ein. Mit unserer Menge Gepäck entscheiden wir uns praktischerweise gleich für die Öffis. Als wir an der Haltestelle warten hupt plötzlich ein Auto und siehe da, was für ein Zufall – Erika winkt uns zu 😅

Beim Gepäck darfs für uns ein bisserl mehr sein

Der Bus hat Verspätung, die S-Bahn zum Glück aber auch. So kommen wir gut am Flughafen an, checken gemütlich ein und genießen, dass es mit dem Sportgepäck so glatt läuft. Wir verspeisen noch unsere Essens-Restln von Zuhause. Und müssen dann auch schon nicht mehr lange aufs Boarding warten.

Loading … our Kitegepäck
Boarding … happy Urlaubs-Luki und Evi

Im Flugzeug sitzen wir getrennt voneinander jeweils am Gang, mit Beschäftigung vergeht die Zeit aber wie im Flug. Ha ha. Nun durch das altbekannte Visum Procedere, Zettel ausfüllen und Pass-Kontrolle und dann machen wir uns auf die Suche nach meinem Namen auf einem Schild in den Händen der Taxifahrer. Lukas entdeckt ihn und so unproblematisch wie kaum je zuvor ist unser Kite Gepäck in den Transportbus gepackt und wir fahren ein Stück Richtung Norden.
Das Hotel empfängt uns sehr nett, aber gemessen an unserem Hunger dauert der Checkin Prozess fast ein bisschen zu lange. Schnell das Gepäck in unser Zimmer mit Ausblick auf die ganze Anlage, schaut schon nicht schlecht aus die Poollandschaft bei Nacht.

Zimmer Upgrade – hoffentlich echt gratis


Der Lärm im Restaurantbereich in der Halle mit blanken Wänden mitsamt der Massenabfertigung erschlägt uns etwas, dazu der Blick auf die Riesenmengen an Essen, das die Leute nicht aufessen. Zum Hunger stillen reicht es aber und wir wissen dass wir ab jetzt nur mehr im Freien sitzen.
Wir marschieren noch kurz durch die Anlage, auch bei Nacht sieht man, dass überall liebliche Gärtchen angelegt sind. Was uns aber verunsichert ist, dass dort wo das Kitecenter laut Google Maps sein sollte bis auf eine grüne Matte am Boden kein Hinweis darauf ist. Das Tauchcenter ist groß angeschrieben, aber kiten wird mit keinem Wort erwähnt, auch nicht auf der Tafel mit den Strandregeln. Wir bekommen es schon etwas mit der Angst zu tun, dass wir uns als kinderloses Pärchen in einem Aquapark Hotel mit 1000 Kindern und ohne Kite Möglichkeit befinden. Wir checken noch mal die Homepage und ich schreibe zumindest an die WhatsApp Nummer die dort zu finden ist, die Homepage gibt uns wieder Hoffnung.

Wo issa, der Kitespot??

Tag 2

Des nächtens sind wir unschlüssig ob wir lieber drückende Hitze oder eine laute Klimaanlage wollen. Mal das eine mal das andere bringt uns gut durch die Nacht und als ich aufwache, hat es Lukas schon ans Frühstücksbuffet gezogen. Im Freien ist es erst herrlich warm, bald ist man aber froh, dass die Schirme aufgespannt werden. Vegane Milchoptionen sind keine zu finden, aber pikant gibt es die in Ägypten bekannten Leckereien inklusive Foul. Ich werde auf jeden Fall leicht fündig.
Inzwischen hat auch der Typ vom Kite Sport geschrieben, ab neun öffnet die Station 🤙🎉. Das Storage ist sehr basic, aber der Service ist top. Schon herrlich so viel Hilfe beim Auf- und Abbau zu haben. Der Wind passt direkt zum Losstarten und ich muss mittlerweile auch Lukas nicht mehr vorschicken, um die Bedingungen zu Schuten, sondern traue mich selbst drüber. Mit dem Zwölfer bin ich zwar eher überpowert, habe aber den größten Spaß. Jedoch bin ich mit meinem recht freshly gerissenen Kreuzband schon gehemmt und vorsichtig. Aber Mini-Sprünge, Backrolls, Sprungwenden und Backrollwenden gehen schneller als erwartet.

Erster Tag und schon Wind am Start

Lukas kommt mit dem 11er auch bald aufs Wasser. Doch so richtig sein Tag ist es nicht. Erst merkt er beim Fahren, dass eine Finne locker ist. Dann sehe ich ihn aus dem Wasser spazieren mit dem Schirm in der Hand. Was ist da passiert. Während eines Sprunges löste sich ein Seil von der Bar (der Lenkstange) und der Schirm wurde unmanövrierbar. Zum Glück war die Landung nur etwas unsanfter und alles ging gut.

Da liefs noch am Schnürchen

Zu Mittag gehen wir zurück ins Restaurant, müssen danach etwas verdauen.

Dann flaut der Wind aber immer mehr ab. Ich versuche noch mit unserem großen Schirm rauszugehen, doch nix da. Der Kite-Tag ist zu Ende. Obwohl wir nicht das Gefühl haben, wahnsinnig viel gemacht zu haben, ist der Tag wie im Flug vergangen.

Oskar, das Hauskamel

Den heutigen Spaziergang nach dem Abendessen erweiterten wir und schauten uns auch draußen die Umgebung an. Resort an Resort, eigentlich Aquapark an Aquapark auf der anderen Seite, Baustellen, Resorts, Shops und Wohnhäuser auf der anderen Seite. Und klassisch nur Männer unterwegs oder auf Bänken sitzend – alle am Handy. Wir gehen bis zur Moschee, wo in dem Moment der Muezzin zu rufen beginnt und die Betenden trudeln ein.

Zum Orientalischen Hotel-Abendprogramm schaffen wir es nicht mehr – wieso fängt das auch erst um 21:30 an, wenn die Sonne um 18:00 untergeht. Wir treffen uns zu dieser Zeit jedenfalls lieber schon mit dem Sandmännchen.

Tag 3

Wie Tag 2. Nur mit längeren Kitesessions. Und Lukas am Surfbrett – ein paar Fußwechsel nach/vor Wenden bekommt er hin, aber so richtig aufgehen tut es ihm weiterhin noch nicht. Das zu üben plane ich auch für morgen, allerdings ist mir der Knopf diesbezüglich noch weniger aufgegangen zuletzt.

Happy people

Aja, und für heute haben wir eine Reservierung im ägyptischen A la carte-Restaurant Gamila, ebenfalls all inclusive (glauben wir jedenfalls, aber die Preise auf der Speisekarte verunsichern). Begrüßt werden wir schon mit einem Mezze-Teller vom Feinsten – Hummus, Baba Ganoush, Tahini, gefüllten Melanzzani und Salaten. Als wir allerdings nichts vom Grill bestellen (da gibts ausschließlich Fleisch), sind die Kellner etwas verdutzt. Unsere ausgewählten Speisen Okra Tagine und veggie Moussaka scheinen eher nur als Beilagen gedacht zu sein. Dafür drehen sie uns noch einen weiteren Mezze Teller an. Auch dass wir nur Wasser trinken, versuchen sie mit einer Fülle an Angeboten zu verhindern. Generell sind sie seeehr aufmerksam. Gefühlt fragt uns jeder der 3-4 Kellner mehrmals ob alles in Ordnung ist und ob mir noch was wollen. Lecker ists auf jeden Fall, und für eine Portion Om Ali ist am Ende in unseren Bäuchen auch noch Platz.

Lecker SchMezzer

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