Tag 11 – Golfo di Orosei


In der Nacht fängt es auf einmal wieder an zu regnen und einmal mehr muss ich aufstehen und die Dachfenster schließen. Es wäre echt nicht schlecht gewesen eine kühlere Decke zu haben, sodass wir nicht auf offene Fenster angewiesen wären die ganze Zeit. Aber gut. In der Früh um 06:30 sind wir zwei Minuten vor dem Wecker schon ausgeschlafen und starten in den Tag. Wir haben noch etwa 30 Minuten Fahrt vor uns nach Cala Golone. Teile davon sind wir damals auch auf unserer Motorradstraße öfters durchfahren und erinnern uns an die guten Zeiten. Der Regen von der Nacht hat zum Glück aufgehört und das Wetter ist eigentlich sehr schön. Wir fahren durch das bergige Gebiet und erreichen über die wunderbar kurvige Straße Cala Golone. Dort fahren wir noch etwas südlich der Stadt an die Küste, bis die Straße für Wohnmobile gesperrt ist. Dort haben wir einen kleinen Parkplatz, auf dem zum Glück noch einige Plätze frei sind. Wir packen unsere Trockensäcke mit Wasser, Proviant und Strandsachen, blasen die SUPs auf und tragen alles ein paar Höhenmeter runter an den Strand. Es ist etwa 08:00 und die Morgensonne scheint prächtig in die steilen Felswände, die die Küsten zäumen. In den Felsen sind große Aushöhlungen entstanden. Beinahe mutterseelenalleine Paddeln wir die Küste entlang und erfreuen uns an dieser spektakulären Kulisse.

Idyllisch

Mit voranschreitender Tageszeit kommen vereinzelt immer mehr kleinere Schlauchboote oder Ausflugsboote, die andere Touristen zu entfernten Grotten und Stränden karren. Doch niemand hat wohl das Erlebnis und die Nähe zur Küste, wie wir es haben. Wir durchfahren Felstore, besichtigen kleinere Grotten und schlängeln uns knappe 5km der Küste entlang.

In der Grotte sieht es aus wie in einer Grotte

Dann erreichen wir Cala Luna – eine Ansammlung an mehreren großen Grotten, bei denen sich auch ein Sandstrand gebildet hat. Eine der Hauptattraktionen hier vor Ort. Nachdem aber noch Vorsaison und Wochentag ist, halten sich die Menschenmengen auch noch im Zaum. Wir landen etwas abseits in einer Höhle und haben einen Privatstrand, den wir uns mit kaum jemanden teilen müssen. Wir breiten unsere Handtücher aus, genießen die Sonne und verzerren unseren Nudelsalat.

Nach ausgedehnter Rast und Entspannung fahren wir noch um die nächste Ecke und bestaunen riesen Felsbrocken, die aus der Wand gebrochen sind. Die weitere Küste sieht aber eigentlich gleich aus, wie das, was wir bisher gesehen haben und so beschließen wir den Rückweg anzutreten.

Geile Steinplatte

Bei der Hinfahrt hatten wir etwas Gegenwind. Mittlerweile ist dieser aber auch abgeflaut, aber zumindest jetzt trotzdem in unserem Rücken. So kommen wir doch etwas schneller vorwärts, als beim Hinweg, und sind schon bald zurück. In Summe waren wir 9,12km unterwegs und haben dafür 2:38h gebraucht (reine Paddelzeit). Durchschnittspuls bei gemütlichen 99 bpm. Auf unserem Ausgangsstrand lassen wir noch die SUPs trocknen und legen uns noch ein wenig hin und relaxen. In der Ferne im Süden beobachten wir, wie sich die über den Bergen zusammengebrauten Regenschauer an der Küste ergießen. Wir haben den Zeitpunkt unserer Rückfahrt in den Norden wohl gut gewählt, denn hier haben wir fast durchgängig noch Sonne.

Als dann die ersten Tropfen herbeigeweht werden, packen wir zusammen und gehen zurück rauf zum Camper. Dort wird alles wieder verstaut, wir duschen uns mit einer Trinkflasche Süßwasser ab und fahren die paar Kilometer zurück nach Cala Golone. Dort parken wir und spazieren durch den kleinen Ort, der hauptsächlich aus dem Hafen besteht, wo die Touristen zu der Küste und den Grotten geschippert werden. Wir setzen uns in ein Restaurant für einen Kaffee, in dem wir schon beim Motorradausflug vor vielen Jahren waren. Es dauert nicht lange, da kommt der erste Regenschauer, den wir auch aussitzen. Gegen 16:00 starten wir dann unsere Fahrt zurück nach Olbia, wo alles begann. Heute Abend geht um 22:00 unsere Fähre zurück nach Livorno. Am Weg tanken wir noch und in Olbia selbst holen wir uns noch eine Take-Away Pizza und spazieren kurz am Pier entlang, inklusive einem kleinen Klimmzugsworkout, verteilt auf die vielen Sportanlagen, die es dort gibt.

Diverseste Klettervariationen

Gegen 20:00 stellen wir uns dann bei der Fähre an zum Boarding. Das geht eigentlich relativ zackig und es dauert nicht lange, da sind wir auf der Fähre. Diese dürfte wohl baugleich, wie ihr Schwesterschiff sein, mit der wir angekommen sind. Wir sehen uns kurz auf Deck um, beziehen unsere Kabine, nutzen die herrliche Dusche und schauen, dass wir zeitig schon im Bett sind. Kaum wahrnehmbar in unserem Stockbett, spüren wir, dass die Fähre schon etwas verfrüht um 21:48 ausläuft. Unsere Reise ist nun so gut wie vorbei, zumindest der sardische Teil ist hiermit abgeschlossen. Schön war’s! 🙂

Bye Olbia. Bye Sardinien.
,

2 Antworten zu “Tag 11 – Golfo di Orosei”

  1. Trotz der vielen schönen und interessanten Erlebnisse ist es sicher beruhigend, wieder gut und sicher in Olbia angekommen zu sein ,um die Heimfahrt in Ruhe zu ,,erledigen “ …..Ich wünsche euch eine gute Reise in die Heimat ..und alles Gute …..aus Thal

Schreibe einen Kommentar zu Erika Hejny Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert