Tag 10 – San Giovanni di Sinis


In der Nacht kommt der angekündigte Wind bereits und rüttelt zornig an unserem Dachfenster und somit auch uns aus dem Schlaf. Die Abdeckplane vom Fahrrad hinten flattert auch und obendrein ist durch die Häuser vor uns alles sehr böig. Keine guten Schlafbedingungen. In der Früh fahren wir gleich etwas weiter vor an den Strand, um uns bei Licht ein Bild der Lage zu machen. Wir befinden uns auf einer Art Landzunge, auf dessen Westseite die Wellen gemeinsam mit dem Wind an Land treffen. Wir frühstücken rasch und schnappen unsere Kite-Ausrüstung und gehen etwa 100m vor an den Strand. Der Windmesser zeigt 12-13 Knoten. Die Brandung kann sich auch sehen lassen. Gepaart mit der düsteren Wolkenstimmung und dem alten Steinturm auf der Halbinsel wirkt es fast schon etwas mystisch. Anfänglich sind wir alleine am Strand, später kommen immer wieder Spaziergeher vor. Uns war das gar nicht so richtig bewusst, aber die Halbinsel ist wohl auch ein Touristenziel für kleinere Wanderungen, da sie von der Natur aus durchaus was her macht. Ich starte die Surf-Session, merke aber schnell, dass der Wind für 12er Schirm und kleines Brett absolut nicht ausreicht und wechsle auf unser typisches Leichtwindsetup mit 15er Schirm und großem Brett. Es wäre doch zu schön gewesen mal etwas stärkeren Wind für mehr Spaß zu haben. Die Wellen sind schon ganz ordentlich und draußen am Meer fühlt man sich definitiv nicht willkommen und irgendwie fehl am Platz. Irgendwie ein beklemmendes, aber doch auch tolles Gefühl sich in solchen Bedingungen zu bewegen. Ich fahre etwa eine halbe Stunde, muss mich jedoch dann meinem Klodrang beugen und pausiere.

Dunkle „Game of Thrones“ Vibes mit dem Torre
Das Spiel mit den auslaufenden Wellen

Eva nutzt die Chance und wirft sich auch in Schale und ich starte ihr den Schirm, als ich wieder zurück am Strand bin. Allerdings ist der Wind etwas abgeflaut und so macht es eigentlich keinen Spaß in den Wellen, da man nicht genug Zug in den Leinen hat um agil durch die Wellen zu kommen. Eva probiert ein wenig, jedoch wirft auch sie bald das Handtuch und wir somit den Hut drauf.

Strandspaziergang zurück

Wir packen wieder alles zusammen und marschieren zum Camper zurück, räumen alles ein und sind etwas enttäuscht gestern extra die Insel durchquert zu haben, heute den gesamten Aufwand zu haben, für einen absolut nicht lohnenswerten Kite-Tag. Also tun wir’s den anderen Leuten gleich, die sich nach und nach auf den Parkplätzen um uns einfinden und gehen spazieren. Wir wandern die Halbinsel bis ganz in den Süden ab und finden immerhin schöne Ausblicke und sind positiv überrascht und zugleich auch froh, dass wir mehr oder minder zufällig auf diese Location gestoßen sind. Eigentlich ging es uns doch nur um die Surfbedingungen und wir hatten keine Augen für anderes.

Unerwarteter urtümlicher Spaziergang
Wir haben es schon mehrmals in dem Urlaub bereut das Surfbrett nicht mitgenommen zu haben und nur auf Kitesurfen gesetzt zu haben

Nach dem Spaziergang (knappe 5km) fahren wir zum Essen eine Ortschaft weiter in den Norden, um etwas einsamer am Meer zu stehen. Nach dem Essen chillen wir noch kurz im Camper und machen uns dann später einen Kaffee, den wir vorne am Meer trinken.

Danach durchqueren wir einmal mehr die Insel – Richtung Osten. Wir haben uns dafür entschieden nicht noch einen Tag versuchen kiten zu gehen, da die Windvorhersage wieder ähnlich erscheint und ein gewisses Risiko besteht, wieder relativ leer auszugehen. Stattdessen wollen wir morgen im Osten die schöne Küste besuchen und fahren daher knappe 2h über Nuoro nach Oliena. Am Weg stoppen wir noch kurz bei einem Conad (Supermarkt) und putzen endlich unsere Windschutzscheibe bei einer Tankstelle, denn die beherbergt wohl (leider) schon jegliche Insektenart der Insel. Auf einem ruhigen Platz in einem Wohngebiet parken wir und übernachten. Abends wird noch ein Nudelsalat vorgekocht für die morgige geplante Exkursion.

Zurück im berigen Bereich der Insel – in der sichtbaren Stadt, Oliena, schlafen wir
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