Tag 5 – Vatnajökull


Heute verlassen wir wieder unsere moderne Unterkunft. Wir wachen – wie so oft – recht früh auf, diesmal wieder wegen der Helligkeit. Mama kocht am Morgen noch ein Reisgericht vor. Das Wetter ist weder besonders schön noch wirklich schlecht – eigentlich typisch isländisch.

Unsere Fahrt führt uns weiter entlang der Ringstraße in Richtung Osten. Unser erster Stopp des Tages ist der Canyon Fjaðrárgljúfur, wo wir auf einem Parkplatz halten. Dort tummeln sich schon zahlreiche andere Touristen. Doch unerschrocken machen auch wir uns auf den Weg und wandern entlang des Canyons, so weit es möglich ist – etwa einen Kilometer. Immer wieder werfen wir Blicke hinunter in die Tiefe: Ein kleiner Fluss schlängelt sich durch das Tal, umgeben von dunklen, abgerundeten Felsen mit steilen, intensiv grünen Wiesenflanken. Ein wahrer Augenschmaus.

Einer der seltenen Sonnenmomente, und 100 Fotos davor waren umsonst :‘)

Am Ende erwartet uns eine kleine Aussichtsplattform mit Rundblick – an einer Stelle, an der zwei Täler zusammenfließen. Zwischendurch nieselt es kurz, doch nach kurzem Abwarten ist es wieder trocken, und am Ende meines Drohnenflugs zeigt sich sogar kurz die Sonne. Binnen einer Stunde haben wir also alle Wetterlagen durchlebt.

Wahnsinns-Schlucht
Wohnen hier eigentlich auch die Hobbits?

Zurück beim Auto setzen wir die Fahrt fort. Es geht auf Meereshöhe weiter über flache Ebenen, das Meer stets in Sichtweite. Zur Linken ragen fast ununterbrochen steile Felswände empor, nur unterbrochen von tiefen Tälern, Canyons oder gigantischen Gletscherzungen.

Unser nächstes Ziel ist Skaftafell, eine der Gletscherzungen des mächtigen Vatnajökull. Wie fast überall gibt es einen gebührenpflichtigen Parkplatz (7 €) und ein Visitor Center mit Café. Da es gerade regnet, warten wir im Auto ab und nutzen die Zeit für eine kleine Jause mit unserem mitgebrachten Essen. Nach einem Kaffee in der Cafeteria zeigt sich wieder das typisch isländische Wetterphänomen: Der Regen hört einfach auf.

Wir teilen uns auf – Klaus und Magdi nehmen den ebenen Weg bis zum Gletschersee, während Eva und ich in die entgegengesetzte Richtung bergauf wandern, auf einen Hügel zwischen den Gletscherzungen. Der breite Weg führt uns insgesamt 360 Höhenmeter hinauf. Unterwegs kommen wir am Svartifoss vorbei, einem Wasserfall, der sich durch seinen Überhang aus Basaltsäulen besonders von anderen abhebt.

Der erste etwas andere Wasserfall

Nach dem Wasserfall wird der Weg ruhiger, einsamer. Wir überqueren ein weitläufiges Plateau und nähern uns von oben wieder dem Ende des Skaftafells. Das Panorama ist atemberaubend: Links der Gletscher, vor uns der See, rechts die Mündung des Gletscherflusses ins Meer – teilweise grün überwachsen. Einige kleine Eisberge treiben im See vor der Gletscherzunge.

Ziel erreicht

Wir genießen die Aussicht, ich lasse noch einmal die Drohne fliegen. Mama und Klaus dürften irgendwo direkt unter uns am Fuß der Gletscherzunge unterwegs sein. Nach rund drei Stunden – inklusive Foto- und Videopausen – kehren wir zum Visitor Center zurück. Unsere rund 8 km lange Wanderung endet dort.

Links oben auf dem grünen Bergrücken waren wir

Zurück im Auto fahren wir weiter – aber nicht weit. Schon um die nächste Ecke zieht uns die nächste Gletscherzunge in ihren Bann. Da es gerade relativ wolkenfrei ist und man bis hinauf zum eigentlichen Gletscher sehen kann, halten wir wieder an und spazieren ein paar hundert Meter bis zu einem weiteren Gletschersee. Die Kulisse ist beeindruckend. An einer Stelle reicht der Gletscher bis ans Ufer – man könnte direkt auf ihn steigen, was Eva auch gleich ausprobiert.

Alles kommt vom Vatnajökull
Mensch zum Größenvergleich

Zurück beim Auto – Klaus hat dort inzwischen auf uns gewartet – geht es weiter auf der Ringstraße, wieder mit fantastischen Ausblicken. Nach einem kurzen Tankstopp und etwa 30 Minuten Fahrt passieren wir wohl die größte Gletscherzunge der Region – mit geschätzten 10 km Durchmesser. Hier überqueren wir eine Brücke über den Gletscherfluss, der ins Meer mündet und zahlreiche Eisberge mit sich führt.

Doch diesmal halten wir nicht an, sondern heben uns diesen spektakulären Ort für den nächsten Tag auf. Es ist bereits 18:00 Uhr, und unser morgiges Programm beginnt gleich in der Nähe unserer heutigen Unterkunft.

Diese befindet sich auf einem kleinen Bauernhof, der zum Gästehaus umgebaut bzw. erweitert wurde. Unsere Bleibe ist eine kleine, etwas enge Hütte – mit eigenem WC, aber Gemeinschaftsdusche und -küche im Haupthaus. Kein Luxus, aber in dieser Gegend war die Auswahl zum Buchungszeitpunkt ohnehin stark eingeschränkt.

Wir kochen, essen und duschen im Gemeinschaftsgebäude und ziehen uns schließlich bei wiederkehrendem Regen in unsere Hütte zurück.

Einblicke wie solche sind von der Ringstraße aus (+500m Höhe) keine Seltenheit
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3 Antworten zu “Tag 5 – Vatnajökull”

  1. Wunderbar erzählt ! Man hat das Gefühl ,als wäre man dabei – es ist einfach beeindruckend – Natur pur- und wenn man das alles hautnah erleben kann ,ist das schon sensationell und besonders…
    .Es warten sicher noch schöne Momente auf eurer Tour durch die Insel . Bleibt gesund und genießt es ……

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