Tag 8 – Costa Rei & Berge dazu


Heute machen wir uns wieder auf den Weg. 3 Tage Coaquaddus ohne wirkliche Infrastruktur und mit einem verpatzten Windtag reichen uns. Wir machen alles fahrfertig und verlassen am Vormittag gemütlich den Parkplatz. Unser neues Ziel liegt im Südosten der Insel. Nachdem unser Wasser bald zur Neige und unser Müll bald übergeht und wir uns die letzten Tage nur mit je einer Trinkflasche Wasser pro Tag vom Salz befreit haben, entscheiden wir uns dafür einen Campingplatz anzufahren um all unsere Probleme zu lösen. Wir finden online einen mit guten Bewertungen direkt am Strand. Auf den zwei Stunden Fahrt stoppen wir einmal bei einem großen Conad Superstore für ein paar frische Lebensmittel, als auch später bei einer Tankstelle auf einen italienischen Stehkaffee. Das Wetter ist etwas bewölkt und dunstig, dafür ist die Lufttemperatur schon am Vormittag bei 22°, so warm war es noch nie. Um 12:00 kommen wir am Campingplatz an, suchen uns eine Parzelle in der zweiten Reihe aus und checken ein. Leider verpassen wir die Öffnungszeit der Müllentsorgung um 5 Minuten und können so unseren mehr als stinkenden Müllsack nicht mehr entsorgen. Generell erstaunlich für eine Müllinsel gewisse Öffnungszeiten zu haben. Wir beziehen unser Camp und stellen freudig unsere Markise und Tisch und Sessel im Freien auf. So einen Luxus hatten wir schon lange nicht mehr.

Unser ersehntes Camp 🙂

Wir haben uns im Supermarkt eine Portion frische Nudeln gekauft, die wir uns, gepaart mit einem alltäglichen Salat, noch machen. Ich feiere diese dicken, frischen Nudeln sehr, da sie etwas bissfest sind (!= aldente) und werde sie in Österreich wieder vermissen. Frisch gestärkt bereiten wir unsere Rennrad Sachen vor und starten schon bald nach dem Essen auf die heutige Tour. Zuerst geht es parallel zur Küste etwas in den Norden. Über teils verwilderte Nebenstraßen geht es dann Richtung Landesinnere in die Berge.

Die Natur erobert zurück

Die Bergetappe ist bezaubernd schön. Wir finden eine tolle, kurvige Straße vor (daher auch entsprechend einige Motorradfahrer) und durchqueren mit einem angenehmen Anstieg die Berggruppe. Neben uns stets kleinere Bäche und sehr grünes Gebüsch, zwischendurch mit Felsen verziert.

Wiederholungsgefahr – mit Motorrad

Freudig treten wir in die Pedale und erreichen den höchsten Punkt im Landesinneren. Von dort geht es weiter Richtung Westen bergab, immer wieder mit langen Geraden, in denen wir in geduckter Position und Eva im Windschatten versuchen möglichst Geschwindigkeit mitzunehmen. Dann folgt eine nicht ganz so schöne Transferstrecke, durch leicht besiedeltes Gebiet und wir stoßen auf ziemlichen Gegenwind. Ich spendiere Eva fast die ganze Zeit meinen Windschatten und verausgabe mich bei starkem Gegenwind. Diesen Wind hätten wir wohl gestern zum Kiten auch brauchen können. Dann kommen wir wieder zur Küste und umfahren die Halbinsel quasi an der Küstenstraße. Immer wieder mit starkem Gegenwind, gemeinsam mit moderaten Zwischenanstiegen. Das Panorama ist grandios, daher sind wir aber auch nicht mehr immer alleine auf der Straße.

Malerischer Rückweg

Wir erreichen den südlichsten Spitz und fahren den Zipfel zum Capo Carbonara noch aus, ehe wir überrascht am Straßenende anstehen und Wanderweg/Militärsperrzone beginnt. Etwas enttäuscht nicht an den äußerst südlichen Spitz zu kommen, machen wir dort kurz Pause, stärken uns ein wenig und realisieren, dass unsere Wasservorräte dem Ende zugehen.Zeitlich ist es auch schon nach 18:00, wir müssen uns also fast ein wenig sputen noch in der Helligkeit heimzukommen.

Endstation

Nachdem auch die Restaurantauswahl am Weg etwas zu wünschen übrig lässt, beschließen wir nur in einem Supermarkt eine Flasche Wasser zu kaufen und den restlichen Weg durchzubeißen um dann erst am Campingplatz zu essen. Die letzten 20 Kilometer Küstenstraße haben wir wieder fast ausschließlich für uns und teilen sie nur mit ein paar Ziegen und anderen Radlern. In malerischen Kurven geht es zurück in den Norden mit einem 200m Schlussanstieg und dann auslaufenden Geraden, wo wir nochmal unsere Motivation und Kräfte mobilisieren.

Endspurt

Gegen 20:00 kommen wir dann im Camp an, es ist bereits dämmrig. Wir fallen über eine Portion Pilznudeltaschen, Salat, Brot und Hummus her und füllen unsere leeren Speicher wieder auf. Erwähnenswert ist auch die erste vollwertige Dusche in dem ganzen Urlaub. Weiß man dann wieder richtig zu schätzen und fühlt sich nochmals frischer an. Mit noch etwas unruhigen Beinen legen wir uns dann ins Bett, nachdem die Räder verstaut sind und alles notdürftig versorgt ist. Die Müllinsel hat seit 17:30 wieder geschlossen, also bleiben wir weiterhin auf unserem Müll sitzen. Den stinkendsten Teil trage ich jedoch in der Dunkelheit noch zum Müllkübel am Klo, damit wir zumindest keine Geruchsbelästigung für uns und unsere Nachbarn haben. Die lange überfällige Abwasch wird auch auf morgen verschoben.

Statistik der Tour:

Distanz117,19 km
Bewegungszeit4:49 h
verstrichene Zeit5:55 h
Höhenmeter1410 m
Geschwindigkeit (Schnitt)24,3 km/h
Leistung (Schnitt)194 W
Puls (Schnitt)138 bpm

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