Natürlich hat es in der Nacht wieder geregnet. Obendrein war es im Camper auch eher warm, durch die fehlende Belüftung mit den Gelsengittern. Aber wir haben keinen Stress in der Früh und können gemütlich ausschlafen und aufstehen. Wir genießen die Ruhe am Campingplatz und frühstücken genüsslich im Freien unter den Bäumen. Ich schneide zwei Triebe von einem besonders coolen Baum ab, in der Hoffnung sie zuhause ziehen zu können. Danach gibt es einen Haushaltsmarathon. Es wird alles fein säuberlich geputzt, die letzte Wäsche verräumt, Müll ausgeleert, Geschirr gewaschen, Wasser aufgefüllt, rausgekehrte und rausgewischt und Abwasser entsorgt. Wir montieren die Stadträder wieder auf den Heckträger und pflegen noch die Ketten unserer Rennräder. Danach zahlen wir unsere zweite Nacht vom Campingplatz (24€) und fahren mit unserem wieder äußerst spritzigem Camper zurück zum Kite-Spot nach Lo Stagnone. Am Weg stoppen wir noch kurz im Surf-Shop, wo Eva ihren Neopren beanstandet hat. Leider relativ ergebnislos, aber immerhin 15€ Rabatt bekommen. Zurück beim KBC Sizilien, parken wir wieder in der Wiese an unserem angestammten Platz und schlagen unser Lager auf. Sophie und Roman werden wir hier auch wieder treffen, die beiden haben auch zwei Nächte im Süden verbracht – allerdings auf einem Campingplatz näher am Meer und an den Bergen. Wir sind nicht die einzigen, die heute gemeinsam mit dem Wind wieder an den Spot zurückkehren. Ein paar Deutsche, alte Bekannte sind auch schon hier oder kommen im Laufe des Tages. Der Wind ist um die Mittagszeit noch eher schwach, deswegen kochen und essen wir zuerst. Inzwischen stoßen Roman und Sophie zu uns dazu und wir gehen dann alle 4 an den Strand bzw. auf’s Wasser zum Kiten. Ich erkenne, dass es nach dem heutigen Tag nicht mehr sehr viele Möglichkeiten geben wird unser Foil auszuprobieren und die Kunst des Foilens zu erlernen. Also baue ich dieses auf und gemeinsam mit Eva gehe ich dann etwa 200m hinaus in den tieferen Bereich um ein wenig zu üben. Wir haben uns noch einen Helm bei der Kiteschule ausgeborgt und die Prallschutzweste angezogen, doch unsere Schienbeine sind leider ungeschützt.

Wir tümpeln mehrere Stunden im hüfttiefen Wasser umher und versuchen abwechselnd immer wieder ins Fahren zu kommen. Doch es ist wirklich extrem schwer und das Brett schießt entweder durch den Auftrieb der Tragflächen komplett aus dem Wasser und man stürzt, oder es ersäuft und wird auf den Boden gedrückt. In jedem Fall machen wir genug Abgänge im mehr oder weniger hohen Bogen. Ich bin von der Lernkurve schon eher frustriert, ich hätte mir einen Boardsport mit meiner Vorerfahrung eigentlich nicht so schwer vorgestellt. Doch hartnäckig probieren wir weiter und nehmen ein paar Blessuren auf den Schienbeinen in Kauf, bis es dann wirklich so weit hinhaut, dass ich schwerelos über das Wasser gleite. Ich schaffe es allerdings nur nach links, Eva hingegen nur nach rechts. Es hat auf jeden Fall gut getan doch noch einen Fortschritt zu machen und wir sind schon gespannt auf die nächsten Sessions, eventuell auch im tieferen Wasser, bei Flut. Im Anschluss spazieren wir zurück an Land und ich starte noch eine Sonnenuntergangssession mit dem normalen Brett und 15er Schirm. Zwar ist der Wind nicht stark genug um großartige Sprünge zu absolvieren, doch im Sonnenuntergang die Seele über’s Wasser baumeln zu lassen, tut auch gut.


Am Abend freuen wir uns auch wieder über die Gesellschaft mit Roman und Sophie und spielen bei „The Crew“ weiter. Nebenan steigt heute wohl wieder eine Party, weshalb wir von lauter Musik beschallt werden.


2 Antworten zu “Tag 20 – Kitefoil”
Wirklich toll was ihr da erlebt.
Wir lesen beim Frühstück immer gespannt euer Tagebuch. Danke🌸🦋
Wieder einmal super, was ihr zusammen macht und wie ihr beide euch ergänzt – er links, sie rechts – gemeinsam am Foil ist somit alles möglich 😅