Tag 3 – Ciao, Dolomiti!


Der heutige Kalendertag beginnt sehr zeitig, wie es in einer Zeltnacht durchaus so üblich ist. Der Regen vom Vorabend hat irgendwann aufgehört und gegen 01:30 sind wir beide wach und beschließen, uns kurz draußen ein Bild von der Lage zu machen. Unser Zelt hat den Regen und Wind bestens überstanden, die Wiese war natürlich entsprechend nass. Es sind keine Wolken mehr da und wir haben einen klaren Nachthimmel über uns. Dennoch ist die Fernsicht aufgrund der hohen Luftfeuchte etwas limitiert. Nichtsdestotrotz ist der Sternenhimmel deutlich beeindruckender als in der Stadt zuhause und die Milchstraße ist gut erkennbar. Auch sehen wir binnen kurzer Zeit gleich zwei Sternschnuppen. Wir versuchen das mit ein paar Bildern festzuhalten, ehe wir uns wieder in die warmen Schlafsäcke kuscheln und versuchen noch ein paar Schlafstunden zu sammeln.

Hafermilchstraße

Die Temperatur wird wohl so bei oder etwas unter 10° sein. Im Zelt mit langem Gewand und Schlafsack eigentlich sehr passend. Wir können nochmals gut einschlafen und so weckt uns der Wecker um 05:40. Sonnenaufgang ist um 06:20 und wir wollen bereits zuvor unser Zelt abbauen und nochmals die 70 Höhenmeter zum Gipfen hinaufsteigen und unbemerkt bleiben, denn geplantes, wildes Zelten ist in Südtirol generell verboten. Wir beuteln unser klatschnasses Zelt aus und packen alles ein. Bei dem kurzen Anstieg zum Gipfel zurück rauf wird uns auch schon gleich ziemlich warm, wenn auch unsere Kreisläufe mit der Uhrzeit, Gewicht und Belastung sich eher anfühlen wie ein alter, nicht ganz rund laufender Dieselgenerator. Oben angekommen ist der Himmel schon in ein Morgenlicht getaucht und die Sonne kommt schon bald zum Vorschein. Einmal mehr gänzlich alleine genießen wir die Natur und beobachten das Schauspiel. Zähne putzen und Frühstück wird auch gleich erledigt.

Kitschig
238° Panorama

Nachdem wir die Eindrücke zur Genüge aufgesaugt haben beginnen wir mit dem Abstieg. Wir wählen eine Variante, die über einen See zurück zum Rifugio Berti führt. Doch zuerst durchsteigen wir einige alte Schützengräben und queren einen steilen Geröllhang, bei dem wir durch einige ausgewaschene Furchen steigen müssen.

Beim kleinen See angekommen lassen wir das letzte lange, warme Gewand fallen und wandern gemütlich zurück zum Rifugio. Dieses passieren wir und trauen uns nicht auf einen Kaffee zu stoppen, denn die Frage, wo wir geschlafen haben, wollen wir nicht beantworten. Nun kommen uns auch wieder vermehrt freundliche Italiener entgegen, aber dennoch auf jeden Fall keine Massen, so wie sie in den Dolomiten sonst oft zu finden sind. Unsere ausgewählte Tour war sicher ein Geheimtipp und einmal mehr hat sich Eva’s großartige Recherchearbeit bezahlt germacht. Zurück hinunter geht es die Steilstufe und dann das extra Stück entlang des Flusses und der Wasserfälle. Nach insgesamt 9,5km bei etwa 3h Gehzeit sind wir wieder beim Camper angekommen. Wir hängen unsere nassen Sachen auf, auch das Zelt trocknen wir in der Sonne und gehen inzwischen zum Fluss nebenan uns waschen. Das Bad im eiskalten Wasser ist fast schon zur Pflicht geworden in unserem Camper-Wanderungs-Alltag. Wir genießen die Erfrischung sehr, es ist kaum zu beschreiben, wie wohl man sich danach (wieder) fühlt.

Spannerfoto

Zurück im Camper gibt es dann Salat, gebratenen Karfiol und Tempeh und im Anschluss ein wohlverdientes Nickerchen. Als wir wieder aufwachen tröpfelt es, am Himmel hat es mittlerweile wieder ziemlich zugezogen. Uns stört das aber nicht, denn wir wollen eh noch ein paar Kilometer machen und weiter in den Süden kommen. Eva bringt uns sicher aus den Bergen, weiter hinab in den Süden, Richtung Venetien. Wir stoppen kurz am Lago di Santa Croce um uns ein Bild davon zu machen. Wir sind uns ziemlich sicher, dass es uns irgendwann mal hierher verschlagen wird – der thermische Wind zum Kiten soll angeblich genial sein. Doch heute nicht. Kaum sind wir ausgestiegen, fallen die ersten Tropfen und der Wind ist auch nicht (mehr) stark genug. Unser Ziel liegt aber generell weiter im sonnigen Süden und so setzen wir die Fahrt fort. Wir durchqueren Bolognia und spulen einige Kilometer und Stunden auf der Autobahn hinab, ehe wir nach einer Tunnelausfahrt auf einmal, bereits in Dunkelheit, in einem kompletten Wolkenbruch einfahren und ein paar brenzlige Sekunden durchleben, ehe wir fast still stehen und der hinterfahrende zum Glück auch nicht aufgefahren ist. Wir nehmen die nächste Ausfahrt und sitzen das Wetter auf der Raststation aus.

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