Eva und ich stehen schon um 06:30 wieder auf, da wir diesmal gerne früher starten würden, nachdem wir am Vortag schon wieder am Nachmittag vor geschlossenen Toren standen aufgrund der bescheuerten Öffnungszeiten gewisser Locations. Gestern Abend haben wir schon angefangen vorzukochen. Das wird heute früh fertiggestellt und ebenso ein pipifeines Frühstücksmüsli für alle vorbereitet. In toller Teamarbeit geht alles ruck-zuck und wir sind bald mit allem fertig und haben eine ordentliche Portion Quinoa mit Roten Rüben und anderem Gemüse, sowie Spalterbsen bereit. Verfeinert mit Avocado und Erdnüssen wird sich das zu Mittag als leckeres Essen herausstellen. Aber eines nach dem Anderen. Unsere Abreise verzögert sich ein wenig, da Lisi nochmal ihren Koffer etwas umpackt, da wir heute einen erneuten Grenzübertritt nach Argentinien bevorstehen haben. Als wir dann auf der Straße sind geht es auch nicht weit, denn wir befinden uns schon im Puyehue National Park, dessen Namen ebenso für einen der großen Vulkane hier verwendet wird. Die Landschaft ist größtenteils sehr flach und sehr dicht bewaldet. Lediglich dazwischen stehen große Vulkane verteilt. Ansonsten lässt aber nichts so richtig auf vulkanische Aktivität schließen. Nach nur einigen wenigen Minuten erreichen wir unser Ziel und stoppen bei einer kleinen Parkanlage, in der man etliche Wasserfälle und einen tollen Urwald findet. Aufgeteilt in zwei Gruppen machen Eva und ich ein High-Intensity-Training aus der Erkundung und machen einen zusätzlichen 200 Höhenmeter Weg, der sich aber schlussendlich als Flop herausstellt, da an dessen Ende nicht wie erwartet ein Wasserfall war, sondern lediglich ein Aussichtspunkt auf den Vulkan, den wir aber sowieso schon seit gestern Nachmittag aus allen Winkeln gesehen haben.




Wir vereinen uns mit Klaus und Lisi und betreten ein kostenpflichtiges (4€ p.P.) Gelände auf der anderen Straßenseite. Dort gehen wir zwei Rundwege, die uns tief durch einen beeindruckenden Urwald und vorbei an ein paar weiteren Wasserfällen am Rio Golgol bringen. Die Bäume sind zum Teil unvorstellbar groß und dick. Über deren tatsächliches Alter können wir nur wilde Vermutungen anstellen. Es ist hier zwar kein Regenwald mehr, doch immer noch ein recht feuchter Wald und so ist es wunderschön grün und mit Moosen bewachsen.



Nach in Summe knappen 10km und 500 Höhenmetern Rundwegen knurrt uns schon ordentlich der Magen und wir kehren zum Auto zurück. Ein paar Kurven weiter stoppen wir bei einem Aussichtspunkt direkt an der Straße auf einen anderen Wasserfall, wo wir auf Bänken unser vorzügliches Mittagessen verzehren. Danach erreichen wir nur einen Kilometer weiter bereits den chilenischen Grenzposten (noch viele Kilometer vor der eigentlichen Grenze). Der Grenzposten ist quasi ein kleines Dorf im Nirgendwo. Es gibt einige kleine Häuser, wo offensichtlich auch Menschen leben, eine Cafeteria und einen kleinen Shop. Wir werden auf einen Parkplatz geschickt und müssen zu Fuß in den Grenzposten gehen. Dort wird wie üblich im ersten Schritt von der Migrationsbehörde alles abgesegnet, ehe wir noch beim Zoll kontrolliert werden – zumindest unsere Autopapiere. Danach geht es wieder zurück zum Auto und wir dürfen passieren. Wir befahren somit das Niemandsland, welches ein Bergpass bzw. Hochebene ist. Die asphaltierte Straße weißt wilde Schlaglöcher auf und um uns herum ist der Wald überall komplett verbrannt.

Als wir den Pass überquert haben kommen wir zum argentinischen Grenzposten. Dort durchlaufen wir wieder das gleiche Prozedere, ohne Probleme. In Summe verliert man jedoch bei so einem Grenzübertritt wohl an beiden Grenzposten zusammen sicher eine Stunde an Wartezeit und Bürokratie. Die Landschaft ändert sich nun einmal mehr und wir erreichen das Gebiet um Bariloche. Die Landschaft ist gesäumt von vielen großen und kleinen Seen, wobei es im Osten schon wieder etwas wüstenartiger wird. Wir fahren entlang vom Nahuel Huapi See und durchfahren Villa La Angostura, welches wie ein Nobel-Ski Ort wirkt. Die Ähnlichkeit zu Kitzbühel oder teureren Ski-Dörfern in Kanada ist definitiv gegeben.



Wir buchen über AirBnb eine Unterkunft für die nächsten 3 Nächte in Bariloche und freuen uns darauf mal länger an einem Ort zu sein und nicht jeden Tag alles aus- und einräumen zu müssen. Am Weg stoppen wir bei Straßenständen für Brot, Käse, Obst und Gemüse und tanken dann auch noch zu argentinischen Preisen und füllen auch unseren 20L Zusatzkanister wieder auf (0.7€ pro Liter). Schon bald erreichen wir unsere Unterkunft in Bariloche. Diese ist eine neue und moderne Wohnung im Erdgeschoß in einem sehr ruhigen Bereich und wir freuen uns nun auch wieder über etwas mehr Luxus und Sauberkeit. Wir zahlen zu viert 100€ pro Nacht.

2 Antworten zu “Tag 23 – Puyehue”
Wieder nach einem ausgefüllten Tag mit schönen Eindrücken , angekommen in so einem schönen Quartier muss für euch alle eine Wohltat sein ! Der schön gedeckte Tisch lädt zu einer guten Mahlzeit ein – wünsche guten Appetit !
Tolle Wohnung – da lässt es sich gut drei Tage aushalten 🤗 Das gestrige Telefonat hat uns sehr gefreut. Weiterhin alles Gute!