Tag 7 – Base Torres


Heute stehen wir mit Wecker um 06:00 auf. Bis 07:00 haben wir gefrühstückt und schon alles zusammengepackt und im Auto und fahren los in den Nationalpark. Gleich nach dem Verlassen von Rio Serrano gibt es auf einer Anhöhe einen Parkplatz, von dem aus man die weite Fläche vorm Nationalpark, das kleine Dorf selbst und vor allem das Bergmassiv in der Ferne überblickt. Die Sonne ist gerade aufgegangen und taucht die Felsen der Cuernos in ein wunderschönes Rot. Ein paar kleinere Wolken ziehen umher, doch in Summe wirkt das Wetter sehr gut.

Morning Glory

Wir melden uns mit unseren Nationalparktickets beim Eingang an und fahren einmal quer durch den Nationalpark in den Nordosten. Die Route ist äußerst schön und bietet tolle Anblicke. Wir passieren uns bereits bekannte Gebiete und fahren nach etwa einer Stunde Fahrzeit auf der anderen Seite wieder aus dem Nationalpark raus. Unsere Unterkunft für die nächste Nacht ist eine Art Hostel. Eigentlich wollten wir Klaus hier absetzen, damit er ein Bett hat, doch der Check-in ist leider tatsächlich erst ab 15:00 möglich. Also beschließen wir wieder in den Nationalpark und zum Ausgangspunkt der Wanderung zu fahren, die Eva und ich heute vorhaben. Dort gibt es ein Visitor Center mit Toiletten, Café und toller Aussicht. Wir richten noch das vorgekochte Kichererbsen-Curry und Wasser, sodass ihm nichts abgehen wird. Am Vordersitz im Auto ist es auch recht gemütlich. Der Parkplatz ist gar nicht so klein und bereits knallvoll. Mit recht schweren Rucksäcken (wir haben natürlich wieder massig Kamera Zeug) und in kurzen Hosen und T-Shirt starten wir die Wanderung. Gleich zu Beginn überholen wir massenhaft Leute. Bei manchen wundern wir uns, wie sie die 10 Kilometer und doch 900 Höhenmeter schaffen wollen (eine Richtung). Erfreut über unsere Fitness und beschwingt von dem Tempounterschied fliegen wir den Berg hinauf. Die kurze Hose war definitiv eine gute Entscheidung, wir evaporieren komplett. Der Weg geht zuerst flach und steigt dann an der Bergflanke in ein Tal hinauf. Im Tal braust ein tosender Fluss. Nach einigen Höhenmetern und einer Flussüberquerung über eine Brücke kommen wir dann in ein Waldgebiet. Die Bäume sind knorrig und vermutlich uralt. Generell wirkt der Wald wirklich wie ein Urwald, ist er eigentlich auch. Die erste Steigung haben wir hinter uns gelassen und somit auch die meisten Leute. Auf dem ebenen Waldweg verteilt sich die Masse an Menschen besser.

Wir passieren das Campo Chileno, die Hütte mit Campingplatz, die normalerweise für die Base de los Torres Wanderung als Ausgangspunkt verwendet wird. Im Wald sind einige Zelte auf Stelzen aufgebaut und wiederum eine Menge Leute tummeln sich hier. Weiter geht es noch ein bisschen durch den Wald, ehe es nach einer letzten Flussquerung zunehmend steil auf die linke Seite des Tals hinaufgeht. Der Wald lichtet sich und immer mehr große Granitblöcke säumen den Weg. Unsere Beine werden schon etwas müder, doch wir kämpfen die letzte Steigung noch hinauf, ehe wir unser Ziel erreichen. Vor uns liegt ein See, eingebettet zwischen Felsen und hinter dem See befinden sich die drei riesigen Türme (die Torres). Auf der linken Seite des Ufers ist ein Bereich von etwa 100x20m mit einem Strick eingezäunt, in diesem tummeln sich wohl etwa hundert Leute. Einsam fühlt man sich hier nicht. Aber bei dem Anblick auch verständlich.

Nicht alles ist so verlassen und einsam, wie es auf Fotos scheint.

Die Kulisse ist schon atemberaubend. Nun haben wir diesen Ort, den man auf jeder Patagonien Postkarte findet, auch erreicht. Es gibt einen Stein im Wasser, bei dem sich eine kleine Menschenmenge anstellt und einer nach dem anderen für ein Foto posiert. Das Wetter ist perfekt. Kleine Wölkchen bilden sich bei den Torres oben, doch das macht die Kulisse sogar noch spektakulärer. Wir machen ein paar Fotos und Videos und essen unser Kirchererbsencurry mit Reis. Wir haben für den Weg rauf statt angeschriebenen 4,5h nur 2,5h gebraucht.

Ein weiteres Foto in unserem Repertoire der Natur Highlights der Welt

Nach gefühlt nicht so langer Zeit (war aber wohl doch eine Stunde) starten wir wieder den Abstieg, denn wir wollen Klaus nicht zu lange alleine warten lassen. Das entpuppt sich aber als nicht so leicht, denn einige der Menschen, die wir ganz am Anfang überholt haben sind nun im Endspurt und der Weg ist stellenweise zu schmal um gut aneinander vorbei zu kommen. So staut es sich etwas und wir kommen nur langsamer voran. Leider etwas mühsam. Doch nach dem steilen Stück verteilt es sich schon wieder, bzw. es kommen wohl auch aufgrund der Uhrzeit kaum mehr Leute entgegen. Dennoch brauchen wir für den Abstieg auch gute 2 Stunden. Unten angekommen finden wir Klaus im Auto vor mit immer besserer gesundheitlicher Verfassung. Wir essen noch eine Portion Curry auf einer Parkbank und setzen uns dann gemeinsam in das Tourist Center gemütlich auf einen Kaffee. Danach fahren wir nochmals aus dem Nationalpark raus in den Osten zu unserem Hostel für diese Nacht. Es ist etwa 17:00 und wir können schon einchecken. Die Lady an der Rezeption ist äußerst nett und zeigt uns unser 4er Zimmer (2 Stockbetten, so wie’s aussieht schlafen wir dort aber nur zu 3.) Nach einer mehr als erfrischenden Dusche setzen wir uns in den Gemeinschaftsraum, der über eine ganze Fensterfront in Richtung der Torres und der untergehenden Sonne schaut. Das frisch geduschte Gefühl verschwindet schnell, weil es wirklich warm ist im Raum. Die Sonne hat mir auf den Armen und im Gesicht einen leichten Sonnenbrand verschafft. Zu viel geschwitzt während der Wanderung. Klaus gönnt sich ein lokales Bier und Eva und ich prozessieren unsere aufgenommen Medien von heute. Gleichzeitig planen wir auch die nächsten Tage und Eva sucht uns eine Unterkunft für unseren kommenden Aufenthalt nach dem Torres del Paine Nationalpark. In der Zwischenzeit verzieht sich die Sonne hinter den Bergen und taucht unsere Umgebung in ein sanftes rot. Tolles Panorama. Toller Tag, den wir bei angenehmer Atmosphäre ausklingen lassen.

,

3 Antworten zu “Tag 7 – Base Torres”

  1. Bin begeistert von diesen Naturaufnahmen ,die mich träumen lassen und ihr beide auf dem Felsen – einfach grandios ….

Schreibe einen Kommentar zu Rosemarie Hochstrasser Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert