Tag 8 – Rotes Meer


Heute ist der zweite Tag der beiden komplett windfreien Tage. Wir haben uns gestern bereits in der lokalen Tauchschule angemeldet und unser Equipment vorbereitet. In der Früh frühstücken wir unser Müsli (Oh, Wunder!) und gehen dann gemeinsam mit Michi, der ein begeisterter Taucher mit 100 Tauchgängen ist, 15 Minuten zu Fuß in die Marina, wo sich die Orca Tauchbasis befindet.

Fish’n’Cat

Auf der Liste für’s erste Tauchboot scheinen wir zuerst nicht auf, also warten wir, bis sich herausstellt, dass wir wohl doch auch bereits auf’s erste Boot hätten gehen sollen. Also eilen wir hinterher – das „Abydos 3“ wartet noch auf uns. An Board checken wir unsere Ausrüstung auf Vollständigkeit, müssen unsere Flipflops ausziehen und setzen uns in den 1. Stock auf’s Sonnendeck. Das Schiff legt ab und wir fahren etwa 1,5h hinaus auf’s offene Meer. Wir sind wohl um die 20 Gäste, 5 Tauchguides, 3 Bootsgehilfen und 1 Koch auf dem Schiff.

Am Weg gibt es dann eine Gruppeneinteilung und ein Briefing für den ersten Tauchgang. Wir fahren zu einer Insel namens Umm Gamar, welche Unterwasser umringt von einem Riff ist. Es dauert nicht lange, da sehen wir in der Nähe unseres Bootes Bewegung und es stellt sich heraus, dass wir eine Delphinschule gefunden haben. Der Kapitän stoppt die Fahrt und wir drehen zwei kleine, langsame Runden, begleitet von den sich spielerisch bewegenden Delphinen. Sie tauchen gerne direkt unter dem Boot durch und schwimmen daneben her – zum Greifen nahe. Sensationell!

Weiter geht’s Richtung Umm Gamar. Dort angekommen, wird das Boot neben ein paar anderen Tauchbooten mit Tauen befestigt und wir gehen hinunter in den hinteren Bereich des Bootes, wo wir unsere Taucherausrüstung anziehen. Nach einer kurzen Rundum-Kontrolle geht es direkt mit einem großen Schritt hinein ins kühle Nass. Nachdem es unser erster Tauchgang ist, machen wir einen kurzen Blei-check und eine Masken-Ausblasübung, sowie eine Übung zum Wiedererlangen des Atemreglers. Danach tauchen wir hinab auf maximal 19,5m Tiefe. Das Wasser hat frische 22-23°. Wir tauchen entlang einer Riffkante und umrunden ein paar einzelne Korallentürme, an denen sich das Fischleben nur so tummelt. Generell bietet das Riff jede Menge farbenfrohe Korallen und scheint in relativ gutem Zustand zu sein, was fast schon verwunderlich ist, bei der Anzahl an Tauchern, die uns hier unter Wasser begegnen. Neugierig kommen zwei Clownfische zu mir geschwommen, als ich mich auf 2m zu ihrer Anemone hin bewege. Ich dachte eigentlich, dass sie nur neugierig sind und strecke noch meinen Finger spielerisch hin und im nächsten Moment, als ich weiterschwimmen will, beißt mich der Fisch tatsächlich in den Arm (zum Glück in den Neopren, aber ich habe es trotzdem gespürt). Eine kleine Lektion für mich der Natur mehr Respekt zu zollen und die Signale klarer zu interpretieren. Wir haben leider keine Unterwasserkamera mit diesmal, also können wir keine Fotos oder Videos machen, stattdessen muss die Vorstellungskraft reichen.

Jazīrat Umm Qamar

Im weiteren Tauchgang haben wir noch einen Torpedorochen (Electric Ray) und eine Moses-Seezunge gesehen. Es ist immer wieder beeindruckend in diese doch gänzlich andere Welt einzutauchen und zu beobachten. Natürlich verbrauche ich wieder am meisten Luft und steige nach einem 3 Minuten Aufenthalt auf 5m als erstes zurück zum Boot hinauf, da mein Tank sich dem Ende zuneigt. Michael folgt mir aber nicht viel später. Unser Guide, Hassan, taucht mit der sparsamen Eva noch 15 Minuten länger zu einer kleinen Höhle, welche viele Lichtlöcher hat und in der sich viele Fische tummeln.

Danach gibt es Buffet-Mittagessen, für welches wir für 7,5€ pro Person zahlen. Es gibt definitiv eine große Auswahl an guten Speisen und auch unsere wählerischen, veganen Vorlieben werden mit Reis, Salat und Gemüse gestillt.

Das Boot fährt währenddessen schon weiter Richtung Südwesten zum nächsten Tauchspot. Wir haben aber noch eine kurze Verschnauf- und Verdauungspause, denn zuerst gibt es wieder ein Briefing über den bevorstehenden 2. Tauchgang bei dem Spot „Shabhaa“.

Wir machen uns wieder tauchfertig und tauchen ab, diesmal mit einem anderen Guide namens „Momo“. Wir umrunden das ovale Riff in einer durchschnittlichen Tiefe von 9,5m. Vor allem auf der Ostseite (Schatten) des Riffs tummeln sich tausende kleine Fische an den Korallen (u.a. Glassfische). Das Riff ist auch sehr schön und bietet einen Lebensraum für wirklich außerordentlich viele Fische. Michael spottet eine große Moräne zwischen den Korallen und ich finde etwas später eine kleine, helle Moräne, welche gerade herumschwamm. Wir sehen (bzw. Momo findet) einige große Steinfische und Skorpionfische, welche man beinahe nicht von Korallen und Steinen unterscheiden kann. Nach einer knappen Stunde und einer Runde um das Riff ist wieder die Luft zu Ende – diesmal bin ich bzw. wir aber froh darüber, denn mir/uns ist trotz dickem, langem Neopren schon ordentlich kalt. Wir tauchen auf und verstauen unsere Ausrüstung.

Unser Kapitän lenkt das Boot heimwärts Richtung Marina von El Gouna. Eine knappe Stunde Fahrt vergeht im Fluge mit einigen Klimmzügen am Sonnendeck, der Bewunderung des äußerst stillen Wassers und Eva macht ein kurzes Nickerchen.

Heimwärts

In El Gouna angekommen, verlassen wir das Schiff und begleichen unsere Rechnung von 129€ pro Person im Stützpunkt. Von dort fahren wir mit einem elektrischen (unerwartet, in Ägypten) Tuctuc zurück zum Apartment, wo wir Markus und Reini treffen.

Tuctuc betrieben mit 91% fossiler Elektrizität [Quelle: Energiehaushalt in Ägypten]

Wir chillen noch am/im Pool und Eva versucht Michi ein paar Stacheln einer „Oaschlochmuschel“ aus dem Fuß zu operieren. Später gehen die anderen zur Kiters Night zum Kite-Spot, wohingegen Eva und ich in der Wohnung bleiben und vorkochen, den Tag nachbereiten und unsere Sachen packen, da wir in unser nächstes Quartier umsiedeln müssen.

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4 Antworten zu “Tag 8 – Rotes Meer”

  1. Dankeschön für den sehr interessanten und netten Bericht eurer heutigen Tagestour in die ,,Tiefe “ zu den Korallen und ihren Mitbewohnern ….

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