Tag 28 – Piton de la Fournaise


Das Vorkochen gestern am Abend ist etwas in die Hose gegangen. Wir haben getrocknete, schwarze Bohnen gekauft und wollten eigentlich Bohnenbällchen mit Püree machen. Doch wir hatten davor keine Gelegenheit die Bohnen einzulegen und so hat das Kochen ewig gedauert. So ewig, dass wir am Ende beschlossen haben aufzugeben und schlafen zu gehen aufgrund unserer heutigen Pläne. So hauen wir heute in der Früh (4:00) eine Tomatensauce zu den noch etwas harten Bohnen und Eva macht schnell ein Kartoffelpüree, während ich mein Frühstück esse und unser Zeug einpacke. Wir schaffen es um etwa 04:45 außer Haus und sind um 05:45, also etwa 15 Minuten nach Sonnenaufgang an unserem heutigen Ausgangsort. Dafür fuhren wir von unserer Unterkunft, die schon etwas in den Bergen ist noch weiter hinauf über kurvige Bergstraßen und zuletzt eine Schotterpiste durch Vulkanlandschaft. Unter uns waren rundherum überall Wolken, doch auf über 2000 Metern war es absolut klar. Sieht so aus, als ob wir die richtige Entscheidung für heute getroffen haben. Wir parken unser Auto auf einem Parkplatz am Rande eines gigantischen Kraters. Mittlerweile hat sich die Vegetation aber ihr Land wieder zurückerobert und es ist sogar etwas bewachsen. Es weht übrigens ein eisiger Wind bei nur 5 Grad. Froh über Stirnband und Handschuhe starten wir unsere Wanderung.

Owi und Auffi

Es geht über Stufen steil hinab für etwa 200 Höhenmeter auf den Grund des Kraters. Dort marschieren wir auf erstarrtem Lavagestein in Richtung Zentrum der Caldera mit 8km Durchmesser. In dieser erhebt sich mit etwa 300 Höhenmetern nämlich die neuerste Ausprägung des Vulkans Piton de la Fournaise, einem der aktivsten Vulkane weltweit. Wir steigen über scharfkantiges und zum Teil poröses schwarzes Gestein den Weg empor. Mit uns sind auch schon einige andere Wanderer Unterwegs. Der Parkplatz war bereits gut gefüllt. La Reunion ist definitiv eine Frühaufsteherinsel. Hinter uns schwappen immer wieder Wolken in die Caldera, verziehen sich aber immer wieder.

LG vom Mars

Kurz nach 8 kommen wir dann oben an. Mittlerweile wärmt die Sonne schon ganz gut und mit der Anstrengung ist uns auch nicht mehr kalt. Wir machen am Kraterrand Pause. Dieser misst 1km im Durchmesser und ist wohl um die 100 Meter tief.

Calderrrrrra. Let’s go boiz!

Wir sonnen uns ein wenig und absorbieren die Eindrücke, ehe wir wieder den Abstieg beginnen. Mittlerweile sind schon wirklich viele Leute unterwegs und ich bin immer wieder überrascht über mangelnde Trittsicherheit und Erscheinungsbilder mancher Menschen. Aber cool immerhin, dass sie sich die Wanderung trotzdem zu früher Stunde antun. Ich würde sagen, dass der Piton de la Fournaise vermutlich die oder eine der Hauptattraktionen der Insel ist. Mittlerweile kommen uns schon beträchtlich mehr Leute entgegen. Auf etwa halben Weg beim Abstieg entschließen wir uns, noch eine kleine extra Tour einzulegen und zu ein paar kleineren Vulkanschlunden etwas abseits zu gehen. Wir gehen nochmal ein ganzes Stück querfeldein über den erstarkten Boden der Caldera – hier sind wir immerhin auch komplett alleine.

Als wir die kleineren Steinhaufen auch begutachtet haben, gemeinsam mit ein paar imposanten Lavablasen und geschmolzenen Formationen, haben wir auch genug und gehen nochmal 1h zum Parkplatz zurück. Es war wirklich eindrucksvoll, wie viele Variationen an Gestein so ein Vulkan produzieren kann. Von grünen, gläsern wirkenden Splittern, über bläulich schillernde Tuffsteine, braune Wellenmuster oder tiefschwarze Gesteinsbrocken.

Babyvulkan mit Piton de la Fournaise im Hintergrund

Wir waren in Summe 7,5h unterwegs, sind 741 Höhenmeter aufgestiegen und haben 17,5km zurückgelegt. Im Auto, am Parkplatz, essen wir unser mitgebrachtes Essen und starten die einstündige Heimfahrt. Mittlerweile ist die Zufahrtsstraße auch schon komplett zugeparkt, nachdem der Parkplatz voll ist. Einige Langschläfer müssen da wohl den ein oder anderen extra Kilometer einlegen. Auch bei der Abfahrt kommen wir tatsächlich in langsam fließenden Verkehr bzw. Stau, so viele Leute fahren gerade wieder vom Berg hinunter. (Das passiert scheinbar auch ohne Auffahrten, Kreuzungen oder Ampeln, interessant)
Gegen 15:00 kommen wir in der Unterkunft an. Hier hängen die Wolken. Nicht ganz dicht, aber doch bewölkt. Weiter unten scheint es noch schlechter zu sein, daher beschließen wir nicht zum Meer hinunter zu fahren, sondern stattdessen in der Unterkunft etwas zu entspannen. Nach einer sehr angenehmen heißen Dusche schlafen wir ein Stündchen, ehe es wieder in die übliche Nach- und Vorbereitung für Fotos, Videos und Essen geht.

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