Tag 11 – Zurück bei den Adlerrochen


Für heute ist die Windvorhersage wieder eher schlecht. Daher haben wir uns am Vorabend schon für zwei Tauchgänge bei Ravi angemeldet. Wir haben obendrein beschlossen unseren Open Water Diver upzugraden und den Advanced Open Water Diver zu absolvieren, welcher uns befugt selbstständig bis 30 Meter Tiefe zu tauchen. Ravi von Ocean Divers verlangt dafür etwa 300 Euro. In dem Package sind auch insgesamt 5 Tauchgänge enthalten, also 60€ pro Tauchgang, das ist eigentlich relativ okay. Nachdem wir diesmal mehr als genug Zeit haben und uns die 5 Tauchgänge auf ein Monat aufteilen können, entschlossen wir uns dazu. In unseren kürzeren Urlauben haben wir Tauchen meist nicht im Fokus und folglich nur für 1 oder maximal 2 Tauchgänge Zeit.
Also gut, um 08:30 war wieder Treffpunkt in der Tauchschule in Flic en Flac, etwa 30 Minuten Fahrzeit von uns entfernt. Dort angekommen trudeln nach und nach Ravi und die Angestellten, sowie 2 weitere Gäste ein. Wir bekommen unser Equipment ausgehändigt und montieren und testen dieses.

Diesmal haben wir auch unsere eigenen, kurzen Neoprens mitgenommen, welche wir unter den langen, ausgeliehenen Neoprens anziehen. Ich ziehe obendrein auch noch Neoprenschuhe an. Ich hatte beim letzten Tauchgang einfach zu sehr gefroren (siehe Tag 3). Alles geht sehr gemütlich von statten und es dauert recht lang, bis wir dann im Boot sitzen.

Boording. Boot + Boarding

Mit dem Boot geht es bei ziemlichem Wellengang wieder für 2 Minuten auf’s Meer hinaus, wo wir uns dann mit Ravi und einem seiner Lehrlinge rücklings von der Bootsreling ins Wasser fallen lassen. Um und unter uns ist alles nur blau und man sieht gar nichts. Irgendwie ein unbehagliches Gefühl. Wir beginnen den Abstieg und schon nach 2 oder 3 Metern können wir dann erste Schemen vom Grund ausmachen. Wir tauchen etwa 20 Meter hinab und schlängeln uns dann zwischen riesigen Felsblöcken durch. Wir bleiben sehr knapp über dem Boden, da dort die Strömung am schwächsten ist. Steigt man etwas weg vom Grund, zieht es einen sofort langsam aber beständig in die Strömungsrichtung. Neben uns schwimmen 3 mittelgroße Thunfische vorbei. Ansonsten sind eigentlich wieder fast keine Korallen zu sehen, alles ist ziemlich triest und tot.

Doch dann sehen wir über dem Felsblock neben uns die Schemen von Rochen. Langsam steigen wir in die Richtung auf und halten uns schließlich am Fels fest um nicht von der Strömung mitgenommen zu werden. Wir verharren ruhig und die etwa 5 oder 6 Rochen schweben direkt neben uns fast komplett ruhig in der Ströhmung und kommen auch immer näher. Wir beobachten das Schauspiel ehrfürchtig und beeindruckt, wie effizient sie in der Strömung stehen können ohne von ihr versetzt zu werden.

Nach ein paar Minuten lassen wir dann den Fels los und tauchen schwerelos mithilfe der Strömung weiter. Am Ende unseres Tauchgangs sind wir dann in einem Steinkreis umringt von ein paar kleineren Fischschulen, welche sich um uns herum bewegen.

Wir machen den Safety-Stop auf 5 Meter für 3 Minuten ehe wir auftauchen und unser Equipment ins Boot hieven und es zurück in die Tauchschule ging. Der 2. Neopren ist genial, am Ende ist uns nur minimal kalt, aber überhaupt nicht zu vergleichen mit letztem Mal. In der Tauchschule wechseln wir auf eine frische Pressluftflasche und wärmen uns kurz auf. Unser nächster Tauchgang soll ein Navigation-Dive sein, welchen man als Teil des Advanced Open Water Divers absolvieren muss. Hierfür zeigt uns Ravi am Parkplatz als Trockenübung die Navigation mit dem Kompass. Anschließend Schultern wir wieder unser Equipment und boarden das Boot. Etwas näher an der Küste starten wir dann unseren 2. Tauchgang. Es geht hinab auf etwa 10 Meter und wir suchen uns eine ebene Sandfläche. Dort praktizieren wir die Grundübungen nochmals: Das Atemstück aus dem Mund nehmen und wiedererlangen, die Maske ausblasen nachdem Wasser eingedrungen ist und zuletzt die Maske gänzlich abnehmen, wieder aufsetzen und ausblasen. Für mich definitv eine gute Wiederholung. Beim Maske ausblasen atme ich fälschlicherweise kurz durch die Nase ein und bekomme Wasser in die Atemwege und vergesse beinahe, dass ich durch den Mund eh normal atmen kann. Ich absolviere die Übung und lasse mir nicht viel anmerken, doch innerlich geht der Puls rauf und ich habe das Gefühl einer Atemnot und leichte Panik macht sich breit. Ich beruhige mich aber und ermahne mich, zu entspannen. Bei der nächsten Übung mit Maske runternehmen konzentriere ich mich auf die richtige Atmung durch das Mundstück und siehe da, es gelingt. Im Anschluss machen wir unsere Navigationsübungen. Eva startet und muss für 10 Flossenschläge pro Richtung jeweils eine gerade Linie und wieder zurück, ein Viereck und ein Dreieck tauchen. Jeweils mit der Orientierung des Kompasses. Sie meistert es gut und dann bin ich am Zug. Ich vergesse einmal meine Flossenschläge zu zählen und einmal drehe ich die Kompasskalibrierung bei der Ecke des Vierecks in die falsche Richtung, doch mit Ravis leichter Hilfe absolviere ich die Übungen auch.

See you later, Navigator!

Im Anschluss tauchen wir noch eine Schleife um einen großen Stein, wo aber nicht wirklich etwas zu sehen ist, und beenden dann unseren Tauchgang. Beim Ausziehen des Jackets mit Pressluftflasche öffnet sich wohl beim Durchziehen der Verschluss vom Kompass und beim Reinsteigen ins Boot merke ich, dass ich diesen nicht mehr am Arm habe. Ravi sieht das ganze aber zum Glück relativ entspannt und meint, dass er ihn beim nächsten Tauchgang am Grund suchen und mitnehmen wird. Ich bin erleichtert, immerhin habe ich auch nichts gravierendes, wie etwa ein Steuerpult in einem Wrack oder dergleichen zerstört.
In der Tauchschule schaltet uns Ravi noch für die Online-Lektionen der Theorie vom Advanced OWD frei: Somit haben wir bis zum nächsten Mal eine Hausaufgabe.
Danach setzen wir uns nebenan an den Strand und essen unsere mitgebrachte Moolooktani. Das ist eine typische Suppe von Mauritius, wo wir die Gewürz-Fertigmitschung im Geschäft gekauft haben. Statt den empfohlenen 750g Fleisch haben wir jedoch Süßkartoffeln, Spinat und Kichererbsen in die Suppe gegeben. Sehr, sehr lecker! Nach dem Essen und kurzer Entspannungspause am Strand entschließen wir uns dazu den Strand in Richtung Süden weiter zu erkunden. Wir spazieren gemütlich etwa 3 Kilometer, ehe wir umdrehen. Nachdem heute Samstag ist, sind auch einige Einheimische am Strand. Die Wolken lassen immer wieder die Sonne durch, welche schon kurz vor dem Untergang ist.
Zurück beim Auto fahren wir nach Hause, bleiben am Weg jedoch noch beim „Super U“ Supermarkt stehen, wo wir 130€ lassen für einen überschaubaren Einkauf. Man kann dort etwa für 1KG Haferflocken gleich viel zahlen wie für eine 125g Packung 2 Regale weiter. Anstrengende Preisgestaltung, da wird einkaufen wirklich mühsam, wenn man nicht komplett auf’s Geld scheißen will. In der Dunkelheit kommen wir im Quartier an, wo wir die restliche Suppe essen und uns und unser Gepäck vorbereiten auf den morgigen Checkout aus der Unterkunft.

Six feet under
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