Kleiner Spoiler: Heute war nicht Lukas‘ Tag. Deswegen schreibt jetzt mal Eva, damit wir positiver in den Tag starten. Und gestartet wird heute früh. Um 5:30. Obwohl, dann doch noch nicht: ein-, zweimal Schlummern geht schon – wir sind ja schließlich im Urlaub. Aber es ist eben schon früh hell (und abends früh dunkel) und außerdem ist schon am frühen Morgen ausreichend Wind angesagt, deswegen wollen wir mehr vom Tag haben. Also rappeln wir uns auf. Für’s Frühstück ist auch schon das Meiste vorbereitet. Bis wir dann aber im Auto sitzen, vergeht doch noch einiges an Zeit, die Morgenroutine braucht eben.
Aber früher dran als die letzten Tage sind wir allemal. Was wir jedoch nicht wirklich vorfinden, ist Wind. Bravo Frühaufsteher. Aber es gibt immer wieder Böen und bald sind wir doch der Meinung, dass sich das Aufbauen unseres größten Schirmes lohnt. Ausnahmsweise starte heute ich (normalerweise lasse ich immer Lukas den Vortritt, damit er die Verhältnisse abcheckt und mir berichtet). Aber langsam werde ich auch mutig genug zu starten.

Ich bin absolut zufrieden mit den Verhältnissen. Der Wind ist zwar nicht konstant, das heißt manchmal musste man schauen, dass man überhaupt ins fahren kam und dann zog er wieder sehr stark am Schirm. Aber dafür waren auch richtig wenig Leute. Und in den länger andauernden Böen konnte ich gut springen. Langsam gewinne ich bei den Sprüngen sehr gut die Kontrolle und Sicherheit und kann mich auch an ein höheres Abheben herantasten. Einzig mit der Backroll (360 Grad-Drehung während eines niedrigen Sprunges) wird das heute nichts, die lande ich bei dem Wind nicht gut, die Drehung geht nur mühsam über die 180 Grad hinaus. Und verkehrt landen ist gar nicht lustig.
So fahre ich hin und her und hin und her, bis ich doch ein schlechtes Gewissen bekomme und zurückkehre um Luki mal den Schirm zu übergeben. Ich bleibe noch im nassen Neopren, denn ich kenne meinen Liebsten allerdings schon ein bisschen und weiß dass ihm Leichtwindphasen gar nicht taugen. Und tatsächlich, ich brauche nicht lange zu warten und Lukas steuert wieder an Land zurück – Schirmübergabe und ich darf meine Session am Wasser verlängern.

Als der Wind dann doch etwas mehr auffrischt, will ich Lukas nun wirklich endlich fahren lassen (und bin bei den doch schon heftigeren Böen vielleicht auch froh, den größten Schirm abgeben zu dürfen). Und mein perfekter Kitepartner hat doch inzwischen tatsächlich schon den 12er (mittlere Größe) vorbereitet. Einzige Herausforderung: nachdem Lukas jetzt am Wasser ist, muss ich mir den Schirm von einem Fremden starten lassen. Aber auch da werde ich fündig und so gibt es seit langem wieder mal eine gemeinsame Kite-Session – ist doch gleich was anderes, wenn einem so ein Grinsen am Wasser entgegenkommt.

Bald beschließe ich aber aufzuhören, für den 12er ist bald wirklich wieder wenig Wind und ich will nicht riskieren, dass mir den Schirm bei einem Windloch runterfällt, vor allem ohne Lukas an Land, der ihn mir dann vielleicht noch schnell fangen bzw. retten kann.
Begeistert war Lukas nicht nach seiner Session, der Wind war jetzt auch wirklich wieder schwach. So gab‘s eine kurze gemeinsame Pause, doch als nochmal mehr Wind ist, gehe ich nochmal raus mit dem 15er. Als Lukas dann auch nochmal will, geht jedoch gerade beim Starten gar nichts mehr, ein anderer Schirm stürzt sogar über seine Leinen – nachdem Lukas Schirm noch am Boden ist, passiert nix. Aber ja, das Kiten ist für heute zu Ende.

Gekocht wird heute Bohneneintopf mit weißen Süßkartoffeln (wirklich süß) und nachdem unser Tagesrückblick jetzt schon lang ist, finde ich zu einem Ende und bin jetzt schon gespannt auf Lukas Einwürfe und Sicht der Dinge.
Lukas: Schade um den Tag. Ich hatte große Hoffnungen nach der Windvorhersage, doch es kam anders. Immer wenn ich raus bin war der Wind gerade zu schwach. In Summe war ich nur einmal länger am Wasser, das waren 55 Minuten in denen ich 18,8 km gekitet bin. Wenn der Wind dann doch mal gepasst hat, ist er nach 2 Minuten wieder so schwach gewesen, dass ich darum bangen musste, wieder zurück zum Strand zu kommen. Ich konnte kaum springen und keine Tricks üben aufgrund der wechselnden und meist zu leichten Bedingungen. Der einzige Lichtblick heute war der kurze Moment, wo wir zu 2. auf dem Wasser waren – das ist nur selten möglich, da wir aus Kosten und Platzgründen keine Schirmgröße doppelt haben. Ich hoffe morgen auf jeden Fall auf besseren und konstanteren Wind. Danach ist laut Vorhersage wieder mit 2 oder 3 windfreien Tagen zu rechnen.


2 Antworten zu “Tag 8 – Wem macht Kiten heute mehr Spaß?”
Trotz ihrer Tarnfarbe – Echse sofort gesichtet….ja ,ja die Natur zeigt uns immer wieder ihre Grenzen ,damit wir nicht zu übermütig werden !! Paßt gut auf euch auf …
Bravo auch die Formulierung 😉