Tag 14 – Glymur & Isländisches Bad


Der Tag beginnt entspannt. Draußen hängen die Wolken tief über dem Strand, und ein kühler Wind weht vom Meer herüber. Immer wieder prasselt Regen gegen die Fenster. Das Wetter lädt nicht gerade dazu ein, sofort nach draußen zu stürmen. Also kochen wir noch ein Mittagessen vor und packen in aller Ruhe unsere Sachen.

Unsere nette Hütte

Kurz nach zehn Uhr machen wir uns auf den Weg. Die Straße schlängelt sich durch eine wilde Landschaft: weite Lavafelder, moosbedeckte Felsen und immer wieder der Blick aufs Meer. Je näher wir dem Wandergebiet von Glymur kommen, desto steiler werden die Berge.

Die Wanderung zum Glymur-Wasserfall ist ein echtes Highlight. Wir starten am Ende einer Schotterstraße, ganz hinten im Fjord Hvalfjörður. Ein schmaler Pfad führt uns durch ein kleines Birkenwäldchen. Nach wenigen Minuten erreichen wir eine kleine Lavahöhle, die wir durchqueren müssen. Danach überqueren wir einen Fluss mithilfe von Steinen und einem Baumstamm – ab hier wird es steiler. Wir steigen an der rechten Flanke des Flusses bergauf.

Schmal, eng, grün, steil

Je höher wir kommen, desto beeindruckender wird die Aussicht ins Tal. Das Rauschen des Glymur wird lauter, bis wir schließlich an den Rand der Schlucht treten. Der Blick auf den Wasserfall mit seinen saftig moosgrünen Steilhängen und dem blauen Fluss in der Tiefe ist atemberaubend. Wir sind sprachlos – es ist noch schöner, als wir es uns vorgestellt haben. Wir bleiben stehen, machen Fotos und genießen den Moment. Mit jedem weiteren Anstieg eröffnet sich ein neuer, grandioser Ausblick auf diese Naturschönheit, bis wir schließlich oben ankommen.

Nächste Challenge – nicht Nass werden und kein Bein brechen
196 Meter hoch

Nun gilt es, den Fluss zu überqueren, bevor er in die Tiefe stürzt. Ich zögere nicht lange, ziehe die Schuhe aus und furte barfuß durchs Wasser. Lukas möchte seine Füße trocken halten und sucht mit seinen Wanderschuhen einen Weg von Stein zu Stein. Doch kurz vor dem Ziel muss auch er umdisponieren – lieber nasse Füße als nasse Schuhe.

Atemberaubend schön
Absturzkante

Auf der anderen Seite gibt es weniger Aussichtspunkte, und wir wollen Klaus und Magdalena nicht länger warten lassen. Bald treffen wir wieder auf die beiden und erfahren, dass auch sie eine schöne Zeit bei ihrer Wanderung zum Fluss hatten und fleißig Kräuter und Pilze gesammelt haben.

A ganz schöne Furchn

Nach der Wanderung machen wir Halt in Mosfellsbær, einem Ort kurz vor Reykjavík. Wir sehnen uns nach Kaffee – und haben sogar Sponsoren dafür, was uns zusätzliche Motivation für das Schreiben dieses Blogbeitrags verleiht. Diesmal können wir auch zu den Zimtschnecken nicht Nein sagen, nachdem sie in den Bewertungen des Lokals so gelobt wurden – beste Entscheidung, sie sind einfach himmlisch.

Danke diesmals, an die Hochstrassers für die Einladung

Am späten Nachmittag fahren wir weiter ins Reykjadalur-Tal. Schon beim Ankommen steigt uns der typische Schwefelgeruch in die Nase – ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir uns erneut in einem geothermischen Gebiet befinden. Der Wanderweg führt durch grün-rote Hügel, aus denen an vielen Stellen dampfend heiße Quellen hervortreten. Wir fassen in ein kleines Rinnsal – es ist lauwarm, und die Vorfreude steigt. Doch dann erwischt uns wieder einmal Nieselregen, und wir müssen uns unser Ziel durch Wind und Wetter noch einige Kilometer erkämpfen.

Sauwetter immer wieder

Aber die Belohnung ist großartig: ein angenehm temperierter, dampfender Bach, durch Steinwälle in mehrere Becken unterteilt, in denen bereits zahlreiche Badenixen und -nixos entspannen. Am Ufer wurde zum Schutz der Natur ein Holzsteg errichtet, es gibt sogar kleine Umkleidenischen.

Ziel erreicht: Badebecken

Klaus verzichtet auf das Bad, aber Magdi, Lukas und ich suchen uns einen guten Platz – denn die Wassertemperatur ist nicht überall gleich. Ein heißer und ein kühler Bach fließen hier zusammen, weiter unten mischt sich noch wärmeres Wasser hinzu – so findet jeder seine persönliche Wohlfühltemperatur. Um uns herum ziehen Nebelschwaden, und es nieselt weiterhin – aber das macht das Erlebnis nur noch magischer. Lukas und ich bleiben etwas länger und kosten dieses Naturerlebnis voll aus, bevor wir schließlich fast gleichzeitig mit Klaus und Magdi wieder beim Auto ankommen.

Überall dampft es aus dem Boden

Erst spät kommen wir in unserer Unterkunft in Reykjavík an. Sie ist geräumig und bietet ausreichend Platz, um uns auf die Heimreise vorzubereiten. Magdi verkocht noch die gesammelten Pilze – was für ein Luxus, eine private Köchin in der Gruppe zu haben. Danke! Erfüllt von den Eindrücken unseres letzten Tages in der isländischen Natur gehen wir zu Bett.

Im Einkaufszentrum gesichtet
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2 Antworten zu “Tag 14 – Glymur & Isländisches Bad”

  1. Eine faszinierende Reise … und mit eurem Blog hatte man fast das Gefühl dabeizusein. Danke für diese herrlichen Beschreibungen!! Gute Heimreise – wir freuen uns auf euch!!

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