Endlich haben wir eine komplette Nacht zum Durchschlafen und aufgrund der Camper Gesellschaft am Parkplatz auch keinerlei Sorge oder schlechtes Gewissen. Als wir aufwachen weht jedoch noch kein bzw. nur sehr schwacher Wind. Wir hoffen, dass es noch auffrischen wird, so wie auch in der Vorhersage angekündigt. Ich mache eine kleine Erkundungstour nach dem Frühstück. Es sind wohl in Summe etwa an die 20 Camper vor Ort mit Surfausrüstung. Entspannt warten wir auf mehr Wind und chillen uns an die Küste in die Sonne, ich mit dem Buch von Nawalny und Eva für eine Yoga Session.


Danach richten wir unseren großen Schirm und großes Brett zusammen und bereiten uns auf Leichtwindaction vor. Am Strand sehen wir, wie der Erste kurz nach dem Kite-Aufbau schon wieder alles abbaut und einpackt. Neugierig tragen wir unser Zeug auch zum Strand und treffen auf eine Gruppe Kitesurfer, die uns mitteilt, dass die Polizei das Starten mit Kite untersagt hat und gerade etwas Unklarheit herrscht. Scheinbar ist heute auch irgendein Feiertag hier auf der Insel und so sind vermutlich auch überdurchschnittlich viele Locals an diesem bezaubernden Ort – man kann es ihnen nicht verübeln. Wir machen uns schlau, und beschließen zu einem Strand weiter südlich zu fahren (etwa 300m). Dort gibt es eine Windsurfschule und wir erhoffen uns bessere Erfolgschancen als direkt am Touristenstrand. Wir parken auf einem großen Parkplatz und es sieht gut aus. Der erste Schirm geht gerade in die Luft und einige weitere bauen auch gerade auf. Also schnell raus mit uns, bevor sich hier auch noch jemand beschwert. Kleine Wellen brechen direkt am Strand und der Wind kommt genau anlandig. In klassischer Manier bin ich etwas furchtloser gegenüber neuen Spots und dem ersten Start nach langer Zeit und läute mit 12er Schirm und kleinem Brett die Saison ein. Doch der Wind ist zu schwach und ich komm nicht wirklich gegen den Wind hinaus auf’s Meer. Also wechsle ich schnell auf das größere Brett um mehr Auftrieb zu haben und leichter ins Fahren zu kommen. Das funktioniert. Das Gebiet ist herrlich. Das Wasser ist durch den hellen Sand unterhalb türkis-blau und kombiniert mit dem Sandstrand, dem alten gemauerten Turm und den grün bewachsenen Inseln einfach eine mega Kulisse. Der Wind fetzt absolut nicht, aber es geht gut um gemütlich dahin zu cruisen. Ich bleibe mehr als 2 Stunden am Wasser und lege in Summe 45km zurück. Das Wasser ist schon ziemlich frisch, sodass der dicke 5mm Neopren und hohen Schuhe eigentlich perfekt passen.


Danach geht Eva direkt auf’s Wasser und gibt sich’s auch für ganze 1,5h, ehe sie auch wieder der Feuchtigkeit entkommen will.

Wir beschließen es für heute gut sein zu lassen, ich kann mich nicht überwinden nochmals in den Neopren zu schlüpfen, ist der Aufwand doch zu groß, der Komfort zu gering und ein paar Stellen schon zu aufgescheuert für zu wenig Action, die geboten wird. Also packen wir alles zusammen, trocknen alles notdürftig und befreien es vom Sand während wir im Camper noch jausnen. Wir duschen uns mit je einem Liter Wasser aus der Trinkflasche am Parkplatz. Als wir uns dann noch auf den Strand setzen wollen um ein bisschen das Geschehen zu beobachten nehmen wir aber schon bald wieder reisaus, denn die knappen 20° Lufttemperatur sind bei dem Wind einfach viel zu ungemütlich kalt. Stattdessen parken wir uns wieder auf unseren ersten Parkplatz, wo wir eine beeindruckende Aussicht auf’s Meer haben und planen im Führerhaus sitzend die nächsten Tage ein wenig durch. Nachdem es schon 20:00 ist, beschließen wir noch eine ruhige Nacht an dem Platz zu verbringen und morgen in der Früh abzureisen.
