Wir haben im Laufe der Woche schon den Camper mit Surf- und Rennrad Sachen gefüllt und zuhause beim Göstinger Hof geparkt. Für heute Abend haben wir uns eine Fähre von Livorno nach Sardinien gebucht, welche um 22:00 ablegt. Also müssen wir im Laufe des Tages von Graz nach Livorno kommen. Nachdem die letzten Nächte immer eher kurz waren und wir nie ausschlafen konnten, waren wir schon etwas übernachtig und kämpfen uns um 06:30 aus dem Bett. Rasch packen wir die letzten Sachen, versorgen die Wohnung und räumen alles in den Camper, welcher allmählich schon zum Bersten beladen ist. Kurz nach 08:00 schaffen wir den Start und düsen über die Autobahn durch Kärnten nach Norditalien. Es regnet fast durchgängig. Eva fährt die ganze Zeit, während ich noch mit dem Laptop einen weitgehend normalen Arbeitstag absolviere. Es ist wenig Verkehr und wir kommen gut voran. In Bologna fahren wir von der Autobahn ab und halten neben einer Shopping Mall, welche auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Eva hat am Vortag am Heimweg ihre geliebten Air Pods im Ragnitzbach versenkt und würde gerne Ersatz kaufen für die lange Autofahrt und den Urlaub. Nachdem es schon etwa 14:00 ist, knurren uns auch schon die Mägen und wir entdecken ein kleines Bowl-Restaurant. Wir bestellen zwei Bowls und waren positiv überrascht, haben wir doch nur mit typisch italienischem Fastfood gerechnet und nicht mit einer gesunden Mischung aus schwarzem Reis, Avocado, Thunfisch, Mango, Edamame, Kichererbsen etc.

Gestärkt setzen wir die Fahrt fort, ich hab meinen Arbeitstag mittlerweile beendet und das Steuer übernommen. Eine halbe Stunde vor Ankunft in Livorno, stoppen wir zum Tanken und für einen Powernap, nachdem schon absehbar ist, dass wir die Fähre leicht erreichen werden und genug zeitlichen Puffer haben. Im Hafen angekommen, erwarten uns schon einige große Fährschiffe, eines davon die Moby Legacy. Wir warten nicht lange und können dann schon hinauf fahren. Imposant erstreckt sich die Garage in gigantischem Ausmaß über 3 Stockwerke.


Rasch packen wir unsere Rucksäcke, da wir nicht am Autodeck bleiben dürfen und steigen durch enge Stiegenhäuser hinauf zur Rezeption. Wir haben uns den Luxus einer Kabine gegönnt, damit wir hoffentlich eine ruhige Nacht haben werden und etwas Schlaf aufholen können. Wir brauchen ein paar Versuche, bis wir tatsächlich das richtige Stiegenhaus finden, um in den Bereich unserer Kabine zu kommen. Alles ist super verwinkelt. Nachdem wir unsere Rucksäcke deponiert haben, gehen wir auf Deck um einen Blick auf den Hafen und das Meer zu erhaschen. Leider ist ein Großteil des Decks gesperrt. Dennoch befinden wir uns im 11. Stockwerk, also in doch ziemlich schwindelerregender Höhe. Die Sonne ist am Untergehen, es ist jedoch schon eher kalt und windig.

Wir sind obendrein noch etwas hungrig und so gehen wir wieder unter Deck und kaufen uns bei einem der Restaurants eine Portion Grillgemüse, Kichererbsen und Bohnen. Wieder erstaunlich gute Ausbeute, wenn auch fast die gesamte restliche Theke der Küche nur das übliche Fastfood bietet. Ich glaube Italiener leben aber sowieso gänzlich von Schokocrossaints. Nach dem Abendmahl ziehen wir uns in die Kajüte mit eigenem Bad und WC zurück und gehen schlafen. Zeitgleich spüren wir die Vibration der Schiffsmotoren, wir sind wohl auch gerade ausgelaufen. In der Nacht werde ich einige Male durch lautes blechernes Klopfen geweckt, wobei ich mir absolut nicht erklären kann woher und wieso. Aber ich habe es gehasst.

