Wir wachen nach einer gemütlichen Campingplatznacht gegen 07:00 auf. Mein Fuß ist heute tatsächlich fast gänzlich abgeschwollen, nur die Rötung an der infizierten Stelle ist geblieben. Meine beiden Ärztinnen genehmigen mir heute aber schon eine Radfahrt und so starten Eva und ich nach dem Frühstück und nachdem wir bereits einen Teil unserer Reisevorbereitungen (Abwasser, Frischwasser, Müll, vorkochen etc.) erledigt haben, auf eine kürzere Rennradtour. Wir fahren direkt hinter dem Campingplatz in die Berglandschaft und treten ein paar Serpentinen hinauf. Die Straße schlängelt sich in die zum Teil mit Pinien bewachsenen Hügel hinein, vorbei an einigen Landwirtschaften. Eigentlich eine ganz nette Landschaft. Vor allem ist die kleine Straße so gut wie nicht befahren, was zum Radln echt top ist. Am Rückweg blicken wir auf Cefalu und das Meer hinab, die Stadt, in der wir gestern am Abend waren. Wir kommen auf 25km und 550 Höhenmeter und sind in etwas über einer Stunde wieder am Campingplatz zurück.



Dort genießen wir ein abschließendes Bad im Meer und danach eine Süßwasserdusche, ehe wir unser Camp abbrechen und um 12:00 auschecken. Wir zahlen gesamt 50€, also 25€ pro Nacht, was für den privaten Meerzugang und außerordentlich gepflegten Campingplatz eigentlich wirklich gut ist. Danach nehmen wir die Autobahn nach Palermo. Dort wird heute Abend unsere Fähre nach Genua abfahren und so haben wir davor noch etwas Zeit für eine Stadtbesichtigung. Wir sollten etwa eine Stunde Fahrzeit haben bis zu einem bewachten Parkplatz, den wir uns rausgesucht haben. Doch am Weg fängt es bereits zu regnen an. In Palermo angekommen realisieren wir, dass hier ein ziemliches Verkehrschaos herrscht. Ob das immer so ist, oder wegen dem Regen und den damit einhergehenden überfluteten Straßen und der übergehenden Kanalisation, wissen wir nicht. Vermutlich ist es aber immer so. In italienischer Manier wird viel geschimpft, gestikuliert und gehupt, aber dennoch springen sich die Leute nicht a den Kragen, so wie es bei uns zuhause eher der Fall ist. Nachdem wir wohl eine halbe Stunde im Stau gesteckt sind, erreichen wir den angestrebten Parkplatz. Dort stellt sich leider heraus, dass dieser voll ist und so müssen wir weiter in bzw. durch die Stadt, zu einer Alternative im Hafen. Immerhin sind wir dann später bereits näher am Pier, an dem die Fähre ablegen wird. Wir kämpfen uns durch enge Gassen und weichen herausgedrückten Kanaldeckeln aus. Ein leichter Fäkalgeruch liegt auch in der Luft.

Bis wir am Parkplatz sind hat es immerhin weitgehend zu regnen aufgehört. Wir essen noch das von Eva am Vormittag zubereitete Linsen-Dal am Parkplatz im Trockenen, ehe wir uns zu Fuß in Richtung Innenstadt bzw. Altstadt aufmachen. Der Regen ist vorbei und blauer Himmel kommt zum Vorschein. Perfekt getimed. Wir passieren ein paar alte Ausgrabungen und durchqueren ein Gassenviertel, welches zwar auf seine Art und Weise seinen Charme hat, doch objektiv betrachtet aufgrund des Schmutzes, Müll und der Bausubstanz eigentlich gar nicht einladend ist.


Nach einem guten Kilometer erreichen wir dann das touristische Zentrum, welches ein ordentlichen Gegensatz bietet. Die Häuser sind zwar immer noch alt und oft bröckelig, doch alles ist viel schöner hergerichtet, es gibt ein funktionierendes Müllsystem und die Straße ist gesäumt von Souvenierläden, Restaurants und Boutiquen. Es sind auch viele Menschen unterwegs.



Wir schlendern durch die Straße, passieren eine imposante Kirche, durchqueren einen wunderschönen Park und umrunden eine königliche Residenz.




Am Rückweg stoppen wir in einer Pizzeria in der Restaurantmeile, wo ich mir mit Eva eine leckere Pizza mit frischen roten und gelben Tomaten halbiere. Danach teilen wir uns auch eines der berühmten Cannoli (Süßspeise) bei einer 1041 gegründeten Cannoli-Bäckerei. Die Dunkelheit bricht schon herein und wir haben wohl das meiste, das Palermo zu bieten hat, nun gesehen und steuern so in Richtung Hafen und Parkplatz zurück. Dort angekommen packen wir unserere Rucksäcke und eine Essenskiste um die Nacht und einen Tag auf der Fähre gut zu überstehen, nachdem wir während der Fahrt nicht zum Auto dürfen um etwas zu holen. Im Anschluss fahren wir etwa 1,5h vor geplanter Abfahrt zum Dock und stellen uns bei der bereits beträchtlichen Schlange an Autos an. Die Fähre von GNV, mit dem Namen „La Suprema“ überrascht uns mit ihrer Dimension absolut. Fast schon wie ein großes Kreuzfahrtsschiff mit 9 Stockwerken und 211m Länge ragt sie am Pier vor uns auf.



Das Verladen dauert leider ziemlich lange, obwohl es drei Autodecks gibt, die parallel beladen werden. So stehen wir wohl etwa eine Stunde im Stau, ehe wir in unseren Parkplatz eingewiesen werden. Als wir das Autodeck verlassen sind wir erneut überrascht. Uns erwartet ein offenes Stiegenhaus mit Lift und bei kurzer Inspektion des ausgehängten Plans sehen wir, dass es mehrere Restaurants, eine Cafeteria, ein Theater, ein Kino, Spielräume, Relaxräume und an Deck sogar ein Pool gibt. Aber nun wollen wir erstmal unser Zeug ins Zimmer geben und dann bald schlafen gehen, denn es ist schon 22:00. Wir holen uns unsere Zimmerkarte und suchen in einem Labyrinth aus ident aussehenden Gängen unsere Nummer. Unsere 4er Kabine, die wir nur zu zweit beziehen bietet zwei Betten, ein Nachtkasterl und ein kleines Badezimmer mit Klo und Dusche. Zwei weitere Personen könnten in Klapp-Stockbetten schlafen. Wir sind jedoch schon froh, nicht doch zu 4. ein Zimmer genommen zu haben, da es sonst wirklich extrem eng wäre. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, gehen wir an Deck um das Auslaufen zu beobachten. Das verzögert sich aber mehr als 30 Minuten, weshalb im Endeffekt ich alleine an Deck bleibe und es abwarte, während alle anderen von uns schon schlafen gehen. Als dann die letzten LKW Anhänger eingeladen waren, lassen wir Palermo und Sizilien hinter uns und werden von einem kleinen Lotsenboot auf’s offene Meer begleitet. Dort nehmen wir rasch Fahrt auf und ich falle zuletzt dann auch ins Bett.


3 Antworten zu “Tag 25 – Palermo”
Noch große Herausforderungen am Ende eurer Reise ,aber sicher unvergessliche Erlebnisse…..Schön ,dass bis jetzt alles gut läuft und ihr bald wieder euer Heimatland erreichen werdet..
Gute Heimreise euch allen !
Noch große Herausforderungen am Ende eurer Reise ,aber sicher unvergessliche Erlebnisse…..Schön ,dass bis jetzt alles gut läuft und ihr bald wieder euer Heimatland erreichen werdet..
Gute Heimreise euch allen !
Gute Heimreise – wir freuen uns schon auf euch 🥰