Die Nacht heute war leider eher nicht sehr erholsam. Mehrere Autos rissen uns aus dem Schlaf. Keine Ahnung wieso man um 02:45 über Schotterstraßen im ekelhaften Lagunenbereich bzw. Niemandsland fährt. Nachdem wir die Fenster offen hatten, ist man dann doch irgendwie gleichmal im Alarmmodus, wenn wer nebenan hinfährt und mit den Autoscheinwerfern direkt reinleuchtet in den Bus. Irgendwann gegen 5 fing es dann noch zu regnen an und wir sind schnell aufgestanden, haben die Fenster geschlossen und im Freien ein paar Dinge verräumt. Nachdem wir heute abreisen wollen, wäre es unpraktisch, wenn alles komplett nass ist. Danach gönnen wir uns noch 2 Stunden Schlaf. In der Früh fangen wir dann an unser Camp abzubauen, alles einzupacken und wieder fahrbereit zu werden. Eva fährt inzwischen mit dem Fahrrad zum Surfshop vom Vortag, da leider eine Naht ihres neuen Neopren bereits nach 1x anziehen leicht aufgerissen ist. Leider muss der Neopren zur Beanstandung eingeschickt werden und der Surfshop wird sich bei Eva mit dem Ergebnis melden. Roman startet bereits für ein paar extra Kilometer mit dem Rennrad zu einem Rendezvous-Punkt, den wir uns ausgemacht haben, wo wir uns dann treffen werden und gemeinsam eine Radtour planen. Als Eva zurück ist und wir endlich alles fahrbereit haben, starten wir kurz nach Sophie auch mit unserem Camper los. Leider leuchtet bereits nach ein paar Minuten Fahrt die Motorkontrollleuchte auf und der Motor wird abgeregelt auf maximal 2000 Umdrehungen. Wir vollziehen folglich eine spontane Planänderung und ändern unser Ziel auf die nächste Peugeot Werkstätte. Gemütlich tuckern wir untertourig für wohl fast eine Stunde über die Straßen, äußerst gespannt und etwas besorgt, was denn das Problem sein könnte. An und für sich kann man beim Fahren abgesehen vom limitierten Gas keine Anomalie feststellen. Als wir so durch die Landschaft tuckern, stellen wir einmal mehr fest, dass die meisten Ecken von Sizilien echt eher abscheulich sind. Der Straßenrand und die Felder sind von Müll gesäumt. Fast alles liegt brach, die Gewächshäuser sind zum Teil mit zerfetztem Plastik gesäumt oder von gesplittertem Glas umgeben. Vieles ist wirklich heruntergekommen und verwahrlost. Aber der Müll ist wirklich einfach das Schlimmste. Wir erreichen die Werkstätte – eine ziemlich nobel aussehende offizielle Peugeot Werkstätte. Sticht ein wenig zwischen den wenig anschaulichen restlichen Gebäuden hervor.

Am Empfang der Werkstätte sitzt ein sehr freundlicher Mann, der jedoch, wie wir schon befürchtet haben, kein Wort Englisch oder Deutsch spricht. Mit Google Translate und Eva’s Sprachtalent können wir uns irgendwie verständigen. Zuerst verweist er uns an eine andere Werkstätte in Trapani, etwa 1h entfernt. Als ich ihm klar mache, dass das Auto nicht mehr wirklich vorwärts kommt, meint er, dass es doch möglich ist heute nach 17:00 eine Diagnose zu stellen. Also suchen wir uns den naheliegendsten Campingplatz (6km entfernt), denn wir haben nun 5 Stunden zu überbrücken. Dort angekommen sind wir vom Gelände eigentlich positiv überrascht. Es hat zwar auch schon bessere Zeiten gesehen, vor allem die Sanitärräume sind sehr heruntergekommen, doch die Anlage bietet Wiese, Bäume mit natürlichem Schatten und ist äußerst ruhig und abgelegen. Wären die Umstände etwas anders, könnte hier vielleicht sogar tatsächlich Urlaubsfeeling aufkommen. Wir machen trotzdem das Beste draus und genießen die perfekt angenehmen Temperaturen im Schatten. Wir nutzen auch die Chance und waschen unsere Wäsche für 3,5€ in der Waschmaschine nebenan.


Nach dem Essen spazieren wir vor zum Meer, welches einen Häuserblock entfernt ist. Begleitet werden wir von zwei der unzähligen Hunde, die beim Campingplatzeingang herumlungern. Am Strand angekommen sind wir leider etwas enttäuscht von der Kulisse, da Unmengen an totem, trockenen Seegras jeglichen Sandstrand verdecken. Wir spazieren ein wenig entlang und finden tatsächlich ein freies Sandplatzerl, wo wir uns für eine gute Stunde niederlassen und das glatte Meer genießen.


Kurz nach 16:00 machen wir uns dann wieder auf den Weg zurück, damit wir unseren Diagnosetermin mit dem Auto nicht verpassen. In der Werkstatt angekommen, müssen wir ein wenig warten und bekommen dann mitgeteilt, dass das AGR (Abgaserückführung) Ventil Probleme macht. Auf die Frage hin bzgl. unseres stark vibrierenden Ventilators meint er, dass die niedrige Geschwindigkeitsstufe scheinbar nicht funktioniert, wodurch der Ventilator dann mit voller Power anspringen muss – dabei sind die Vibrationen normal. Wir bekommen einen Einschubtermin für den nächsten Tag um 08:30, wo sie versuchen werden das Ventil zu reinigen um zu sehen, ob dies ausreicht. Das gleiche Prozedere habe ich selbst bereits gemacht vor etwa 3 Jahren, als wir den Bus gekauft hatten und den gleichen Fehler damals dann schon hatten. Erleichtert, dass wir aber Aussicht auf Reparatur und vor allem auch kein schwerwiegendes Problem haben, fahren wir dann wieder zurück zum Campingplatz. Wir beschließen in der Abendsonne bzw. zum Sonnenuntergang noch eine Runde am Meer entlang laufen zu gehen. Wir laufen 5km gemeinsam, davon 2,5km in die eine Richtung, ehe wir umdrehen. Danach hänge ich noch weitere 2,5km alleine in die andere Richtung dran und komme so gesamt auf 10km. Durch den dunklen Himmel ergibt sich eine sensationelle Abendstimmung. Es ist auch durchaus erstaunlich, wie viele der Einheimischen selbst zum Sonnenuntergang mit dem Auto an die Küste gefahren kommen und sich das Spektakel, zum Teil alleine oder auch in Gruppen, ansehen.




Danach genießen wir noch einen lauen Abend am Campingplatz. Leider ist unsere Wäsche noch nicht trocken geworden.