Tag 8 – Final Destination


In der Nacht war es ziemlich warm. Durch die Gelsengitter bewegt sich leider die Luft kaum. Aber, wir haben ja neben unserem „Sosta Camper“ (Stellplatz) direkt das Meer, also gehen wir kurz nach Sonnenaufgang schon ins Meer und erfrischen uns. Der Strand ist wunderschön mit relativ kleinen, runden, vorwiegend dunklen Steinen und das Wasser ist absolut klar und glatt. Zusätzlich sind wir vorerst die einzigen Menschen – traumhaft.

Makellos, nur die Fische knabbern einen an

Nach dem Morgenplantscher frühstücken wir unter unserer Markise, Temperatur und Sonne steigen schon wieder ziemlich schnell. Im Anschluss nutze ich noch etwa eine Stunde das Wifi und schließe ein paar Firmenarbeiten ab. Am Ende bin ich dann schon wieder schweißüberströmt – nicht von der harten Arbeit – sondern von der Hitze. Wir haben aber sowieso noch bisschen einen Weg vor uns, also packen wir zusammen und fahren noch zum Deco Maxistore. Das ist ein recht ansehlicher Supermarkt und wir kommen voll auf unsere Kosten und stocken alle Vorräte für 80€ wieder auf. Hier merkt man erst so richtig, wie teuer Österreich derzeit im Vergleich ist. Am Parkplatz schmelzen wir beim Einräumen in den Camper komplett dahin und meinen schnellen Snack aus Brot, Oliven und Räucherkäse esse ich lieber während der Fahrt, bei laufender Klimaanlage. Wir fahren wieder auf die Autobahn auf und überfahren unzählige Brücken und ebenso unzählbare Tunnel. Ein Großteil der zweispurigen Autobahn ist lediglich einspurig und immer wieder sind Brücken und Tunnel gesperrt und die beiden Richtungsfahrbahnen werden kombiniert über eine bzw. durch einen geführt. Vermutlich keine aktive Baustelle, sondern eher eine (gezwungene) Einsparungsmaßname. Man quert dennoch sehr viele Täler, die Landschaft ist sehr karg, aber durchaus schön. An der Nordküste Siziliens ist es nicht sehr dicht bewohnt und die einzelnen Häuser wirken nicht ganz so extrem heruntergekommen, wie in Messina, am Anfang unserer Sizilienfahrt. Aber dennoch sehr heruntergekommen. Nach 2h Fahrt kommen wir dann nach Palermo. Dieses durchfahren wir auf einer durchgängigen Straße mit 70er Beschränkung und ansprechenden Pinienalleen. Hier macht es auch wirklich Sinn, denn ich glaube ohne Schatten würden sogar die Autos schon schmelzen an den Ampeln. Sehr reizvoll wirkt die Stadt aber auch definitiv nicht.

Das wohl einzig schöne an Palermo

Weiter geht’s über die Nordwestspitze der Insel, vorbei an schroffen Bergen bzw. Felsformationen. Wir stoppen nochmal auf einem Parkplatz im Schatten für eine kurze Pause – zumindest solange die Isolation die Hitze einigermaßen draußen hält. Bei der letzten Stunde unserer Fahrt passieren wir dann ausgedehnte Felder, kaum besiedelt, dafür umso mehr brennende Buschfeuer. An jeder Ecke sieht man kleinere Brände lodern und aufsteigenden Rauch. An einer Ecke auch direkt neben der Straße. Scheint aber ganz normal zu sein und keinen zu kümmern, denn Feuerwehr ist nirgends zu sehen. Apropos. Wasser dürfte auch sehr rar sein. Wir haben bei unserer Recherche bereits gelesen, dass 3 der großen Trinkwasserreservoirs (Stauseen) dieses Jahr bereits ausgetrocknet sind. Das Wasser, dass wir heute morgen noch vom Stellplatz mitgenommen haben schmeckt ziemlich grauslich, ist ist definitiv entsalztes Meerwasser. Man, bzw. ich, Lukas, gewöhne mich daran zum Glück recht schnell, aber viele unserer Freunde und Bekannten, würden sich das nicht mehr antun. Liebe Grüße, an dieser Stelle. Aber zurück zum Thema: wir passieren den Flughafen und biegen auf eine Schotterstraße ein und sind auf der Zielgeraden zu dem Kite Spot, den wir uns vorab ausgesucht haben. Am Horizont sehen wir aus der Ferne bereits hunderte Kites – hier sind wir definitiv richtig. Wir fahren zum KBC (Kite Boarding Club), da wir mit anderen Standorten dieses Franchises bereits gute Erfahrung gemacht haben und die Station von einem Deutschen geführt wird. Dort werden wir nett empfangen und eingeführt. 9€ pro Person und Tag für die Infrastruktur und Spotgebühr. Eine Dusche kostet 1€. Parken können wir mit dem Camper auf dem Grundstück, auch über Nacht. Aber manchmal kommt die Polizei und schickt alle weg, da es eigentlich verboten ist. Das nehmen wir auf jeden Fall in Kauf, denn so sind wir direkt am Spot mit all unserem Zeug, was wirklich herrlich ist.

Unser Reiseziel ist erreicht

Es geht übrigens ein ordentlicher Wind und so ist die Temperatur auch erstmalig wirklich erträglich. Nachdem es 16:00 ist und wir bis zum Sonnenuntergang noch 3,5h Zeit haben beschließen wir auch für heute bereits zu zahlen und noch auf’s Wasser zu starten. Eva baut den 9er Schirm auf, kommt aber bald wieder herein und wechselt auf den 11er, da der Wind doch nicht so stark wie erwartet ist. Ich beobachte ein paar andere und entschließe mich dann aber auch mit dem 9er zu starten. Der Kitespot ist eine Lagune, dh. man kann fast überall stehen und es sind durch den geschützten Bereich eigentlich keine Wellen. Der Wind ist ziemlich perfekt und es ist ein herrlich erfrischendes Gefühl wieder auf dem Brett zu stehen und die Elemente zu spüren. Wir fahren beide jeweils ca. eine Stunde. In dieser komme ich auf 20 zurückgelegte Kilometer mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h. Als dann die Sonne untergegangen ist, gönnen wir uns eine 1€ Dusche und 2 Corona und zelebrieren das Ankommen im Urlaub.

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