Tag 12 – Perito Moreno Reloaded


Nachdem Lisi nun auch dabei ist und wir so beeindruckt waren vom Perito Moreno Gletscher haben wir beschlossen diesen nochmals anzusehen. Heute müssen wir auch aus der bisherigen Unterkunft ausziehen. Allerdings ist der Vermieter gestern Abend dann nicht mehr gekommen und wir hatten somit noch keine Möglichkeit zur Geldübergabe. Er teilt uns mit, dass kein Nachmieter ist und wir auch länger bleiben könnten. Also lassen wir zumindest unser Obst, Gemüse und Milchprodukte im Kühlschrank zurück und vereinbaren am Nachmittag die Bezahlung, nachdem unsere Unterkunft sowieso auch quasi am weiteren Reiseweg liegt. Den Rest packen wir ins Auto. Nun erstmalig mit Gepäck und Lebensmittel für 4 Personen. Wir waren bereits gespannt, wie das funktionieren wird, doch es geht sich eigentlich relativ gut aus. Der Kofferraum ist knallvoll und ein paar Rucksäcke müssen noch auf die Rücksitzbank, aber es ist immer noch halbwegs komfortabel – niemand muss etwas auf den Schoß nehmen.

Es geht sich aus 🙂

Voll bepackt treten wir schon gegen 07:30 die etwa einstündige Fahrt zum Perito Moreno an, wo wir wohl unter den ersten ankommenden Tagesgästen sind. Am Aussichtspunkt davor halten wir und ich beschließe kurzerhand mich dem Drohnenverbot zu widersetzen und die Gunst der frühen Stunde auszunutzen. Ich gehe vom Aussichtspunkt aus etwas weiter ins Unwegsame und starte die Drohne. Es sind etwa 5 km bis zum Gletscher. Ich drehe dort ein paar Runden und trete dann mit 50% Akku wieder den Rückflug an. Alles geht gut, niemand erwischt mich oder beschwert sich. Durchaus erleichtert steige ich wieder ins Auto und wir fahren zum eigentlichen Parkplatz. Die nächsten Stunden spazieren wir wieder auf den Rundwegen herum und stehen aber eigentlich die meiste Zeit auf einem der Balkone, genießen die Sonne und den Blick und warten gespannt, dass der Gletscher kalbt und ein großes Stück Eis irgendwo ins Wasser stürzt. Viel passiert heute aber nicht, wir observieren eigentlich hauptsächlich nur das statische Bild des Gletschers. Natürlich wieder überwältigt von den Dimensionen und den dauernden Geräuschen, die man vernimmt. Das Wetter ist heute sogar noch besser als beim letzten mal, es scheint fast durchgängig die Sonne und es ist eigentlich windstill.

Zum vereinbarten Treffpunkt um 12:00 beim Auto fügen wir noch eine weitere Stunde hinzu, zu groß ist die Hoffnung doch noch eine große Kalbung zu erleben. Ursprünglich haben wir auch überlegt eine Bootsfahrt oder Gletscherwanderung zu machen, doch es ist im Endeffekt zu wenig reizvoll, vor allem für die heftigen Preise, die verlangt werden. So genießen wir die Zeit und Beobachtungen dort auch so.

Perito Moreno und wir

Um 13:00 treffen wir uns beim Auto, essen noch schnell von meinem vorgekochten Essen und fahren dann zurück zu unserer Unterkunft. Dort erwartet uns bereits unser Vermieter. Wir pinkeln noch ein letztes mal ins schmutzige Klo und holen unsere Sachen aus dem Kühlschrank. Die 4,27 Bündel Geldscheine übergeben wir und suchen dann das Weite. Bevor wir die Weiterfahrt zu unserem nächsten Ziel, nach El Chalten antreten, tanken wir am Ortsrand nochmals voll. Erstaunlicherweise ist bei der Tankstelle eine ziemliche Warteschlange, keine Ahnung warum. Nach einigen Minuten geht es dann wirklich los. Wir fahren entlang vom Lago Argentino durch ewige Weiten Richtung Osten, nehmen dann eine Abzweigung gen Norden und durchqueren weitere trostlose Weiten. Das Gebiet wirkt äußerst karg und doch führt neben der Straße ein – zum Teil sogar überschwemmter – Fluss in Mäandern. Wir passieren lebende Guanacos und auch tote Guancoskelette in Stacheldrähten.

Wüste trifft Fluss

In der Ferne sieht man bereits das Massiv des Monte Fitz Roy am Horizont. Wir passieren eine interessante Stein- bzw. Felslandschaft und treffen bald darauf auf ein Gürteltier, welches gerade auf der Straße herumläuft. Wir halten an und nehmen die Verfolgung auf und finden das Gürteltier und seinen Bau. Es ist relativ unbeeindruckt von uns, läuft im Gras herum, schnüffelt und scharrt im Sand. Sieht echt lustig und süß aus, der Kollege.

Foto & Videojagd

Nach Rund 2,5h Fahrt erreichen wir dann El Chalten. Es ist ein Ort, der zu 95% vom Tourismus lebt und am Fuße der Bergketten  in einer kleinen Senke liegt, direkt neben einem Fluss. Äußerst malerisch. Wir beziehen ein kleines, aber sehr nettes Appartement, welches wir vorab über AirBnb reserviert und auch schon bezahlt haben (um weniger Pesos zu benötigen). Es gibt die letzten Essensreste und die Vorbereitungen für den nächsten Tag laufen auf Hochtouren.

Die nächsten Einträge kommen eventuell etwas verspätet. Das Internet im Ort ist sehr ausgelastet und funktioniert jetzt gerade nur um 05:00 ausreichend.

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3 Antworten zu “Tag 12 – Perito Moreno Reloaded”

  1. Schön , dass ihr es zwischendurch gemütlicher angegangen seid und sicher interessant – 2× beim Gletscher gewesen zu sein . Die Erlebnisse mit verschiedensten Tierarten bereichern eure Abenteuerlust bestimmt ! Weiterhin alles Gute und viel Glück….

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