Tag 35 – Kein Trou de Fer aber Farnwald


Die Nacht war in unserer Holzhütte überraschend kalt. Irgendwann mitten in der Nacht bin ich aufgewacht und musste mir die dicke Decke holen um nicht zu frieren. Gegen halb 6 stehen wir auf und stellen fest, dass sich die Wettervorhersage für heute wohl bewahrheitet hat. Es ist relativ bewölkt und das schon in der Früh. Wir sind aber weder enttäuscht, noch böse, denn die letzten Tage waren einfach zu perfekt, sogar jeweils den ganzen Tag über. Trotzdem setzen wir unseren ursprünglichen Plan um, nämlich die oder den Trou de Fer zu besuchen. Das ist ein Kessel in den von allen Seiten unzählige Wasserfälle stürzen. Wir haben diesen auch mit dem Hubschrauber überflogen und fanden es genial.
Wir frühstücken auf unserer Gemeinschaftsterrasse direkt im Sonnenaufgang, da ein kleiner Spalt zwischen Horizont und Wolkendecke frei ist. Leider haben wir in unserer heutigen Unterkunft keine Küche oder dergleichen, daher konnten wir auch keinen Kaffee machen. Danach fahren wir nach Hell-Bourg. Das ist eine kleine Stadt im Salazie Cirque. Die Entfernung per Luftlinie ist 6,9km. Aufgrund der Vertikalität im Cirque ist aber eine Fahrzeit von 43 Minuten nötig. In Hell-Bourg, einem kleinen Dörfchen mit nur ein paar wenigen Häusern, stoppen wir auf der Hauptstraße und trinken zufrieden unseren morgendlichen Kaffee um unsere müden Knochen und Muskeln zu wärmen und aufzuwecken in einer Bäckerei, wo wir auch gleich ein Baguette für unsere Jause kaufen. Danach parken wir am Ortsrand bei einem Picknickplatz, der gleichzeitig Ausgangspunkt unserer Wanderung ist.

Französisch: Mit Gebäck im Gepäck + fetter Bambus

Wir steigen eine recht steile Wand empor zum Refuge de Bélouve und genießen dabei eine schöne Aussicht über den Cirque de Salazie.

Cirque de Salazie

Danach führt unsere Wanderung einige Kilometer durch einen traumhaften Wald, in welchem extra viele wunderschön grüne Baumfarne wachsen. Nach in Summe 2,5h sind wir dann am Zielort angekommen. Eine kleine Holzterrasse von der man einen Einblick in den Trou de Fer hat. Allerdings hat sich, wie gesagt, der Wetterbericht heute etwas behauptet, daher sehen wir leider absolut gar nichts, außer Nebel. Wir machen trotzdem Pause und essen unserer Baguette mit improvisiertem Hummus und beobachten eine schöne Katze, welche scheinbar dort mit und von den Touristen auf der Plattform lebt.

Nachdem das Wetter keinerlei Anstalten macht sich zu ändern, hauen wir nach unser längeren Pause den Hut drauf und machen uns auf den Rückweg. Der schöne Wald und Spaziergang durch die bezaubernde Natur, die hier herrscht, muss reichen.

Unser Rückweg wird leider aber auch etwas verkürzt, da unser auserwählter Weg gesperrt ist. Die Wege sind zumeist auf Holzplanken, da der Untergrund recht feucht ist, doch die Feuchtigkeit setzt auch den Planken zu und so sind große Teile des Weges in keinem guten Zustand. Wir durchqueren den Wald zum Teil nun auf einer Forststraße, kommen wieder zum Refuge de Bélouve und steigen dann die Steilwand wieder in Serpentinen hinab. Um 14:00 sind wir wieder beim Auto und schwitzen am Picknickplatz nebenan noch aus, ehe wir mit dem Auto hinunter nach Salazie fahren um uns im Mini-Supermarkt für morgen und übermorgen zu versorgen. Im Anschluss geht es wieder 30 Minuten hinauf in die Unterkunft, die Straßen sind hier wirklich imposant in Sachen Kurvenradius und Steigungen. Auf der inneren Spur sind die meisten Serpentinen nicht zu durchfahren und zwischendurch sind auch sicher 20% Steigung.
In der Unterkunft genießen wir eine angenehme Dusche – wir schwitzen hier wirklich sensationelle Mengen beim Wandern – und bereiten unser Gepäck für den nächsten Tag vor.
Für heute haben wir auch Abendessen in der Unterkunft gebucht (20€ pro Person), da wir mit fehlender Küche und sehr limitierten Geschäften etwas eingeschränkt sind. Es gibt Reis, Bohnen mit Sauce und ein Gericht aus Kartoffeln, Kürbis oder höchstwahrscheinlich grüner Papaya. Wir können es nicht ganz identifizieren. Dazu gab es angeröstete Wurststücke, welche wir aber gerne den 6 mitessenden Franzosen überlassen. Ein kleines Stück Kuchen danach genehmigten wir uns aber als nichtvegane Versuchung.
Wohlgemerkt haben wir heute auch schon wieder Glück, denn in unser 4er Zimmer kommt heute sonst niemand mehr und wir haben auch die zweite Nacht im Zimmer nur zu zweit.

Gregors Alptraum.

PS. Der morgige Blogeintrag wird höchstwahrscheinlich erst nachgereicht werden: Wir wandern zweitägig und ich schleppe den Laptop nicht mit. Rucksack zu klein und schwer.

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4 Antworten zu “Tag 35 – Kein Trou de Fer aber Farnwald”

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